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Gehaltsverhandlungen erfolgreich führen!

Gute Vorbereitung ist für eine Gehaltsverhandlung essentiell. Um sicher in das Gespräch gehen zu können, solltest Du Dir zunächst Gedanken über Dein Wunschgehalt machen – und anschließend Informationen über das Unternehmen einholen, um herauszufinden, ob Deine Gehaltsvorstellungen realistisch sind.

Beachte mögliche Einflussfaktoren

Faktoren, die Einfluss auf Dein Gehalten haben können, sind zum einen personenbezogene Aspekte wie beispielsweise eine Hochschulausbildung, stellenrelevante Praxiserfahrung oder auch Sonderqualifikationen. Aber auch unternehmensbezogene Aspekte können entscheidend sein – zum Beispiel Branche, Region, Unternehmensgröße und unabhängige Größen wie das Verhältnis von Angebot und Nachfrage oder der Verantwortungsumfang.

Betrachtest Du die wirtschaftliche Lage und Entwicklungspotenziale des Unternehmens genauer, kann sich zeigen, ob sich eine Expansion oder ein Umsatzeinbruch abzeichnen. Ebenso können die Hierarchien und Stimmungen in Deinem Team – und natürlich auch, ob Dein Team auf Dich angewiesen ist - Deine Verhandlung beeinflussen.

Bestimme eine Gehaltsspanne

Sieh bei der Festlegung Deiner Gehaltsvorstellung neben dem Zielgehalt auch einen Verhandlungsspielraum vor. Darauf basierend kannst Du im Vorfeld der Verhandlung eine realistische Spanne definieren. Informiere Dich dafür im Internet und bei Freunden und Familie, welches Gehalt angemessen sei. Gehe dabei aber immer vom Bruttojahreszielgehalt aus!

Verschiedene Einstiegsgehälter

Einstiegsgehälter* liegen je nach Einstiegsart zwischen 40.000 EUR bei einem Direkteinstieg und 36.000 EUR bei einem Traineeship. Letzteres bietet mangels einheitlicher rechtlicher Regelungen über deren Gestaltung und Vergütung sehr große Gehaltspannen. So können gutverdienende Trainees in Branchen wie Finance, Automotive oder Pharma mit ihren Gehältern durchaus bei 60.000 EUR liegen, in der Medien- und Werbebranche hingegen bei nur 20.000 EUR.

Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen liegt bei rund 20 Prozent, was insbesondere darin begründet ist, dass Männer bei Gehaltsverhandlungen meist forscher und selbstbewusster auftreten.

Auch der Abschluss beeinflusst maßgeblich das Einstiegsgehalt. Während man mit Diplom bei ca. 37.000 EUR liegt, sind es mit Bachelor ca. 37.000 EUR bis 43.000 EUR, mit Master ca. 46.000 EUR und Doktor ca. 60.000 EUR.

Weitere Einflussgrößen auf das Einstiegsgehalt sind die Unternehmensgrößen, die sich über dessen Mitarbeiteranzahl widerspiegeln sowie die Branche.

Mögliches Einstiegsgehalt nach Unternehmensgröße: 100 Mitarber: 36.000 EUR

  • < 1.000: 38.000 EUR
  • < 5.000: 40.000 EUR
  • > 5.000: 42.000 EUR

Mögliches Einstiegsgehalt nach Branche:

  • Chemie: 44.000 EUR
  • Bankwesen: 44.000 EUR
  • Physik: 42.000 EUR
  • Elektrotechnik: 41.000 EUR
  • Controlling: 40.000 EUR
  • Maschinenbau: 39.000 EUR
  • Marketing: 38.000 EUR
  • Supply Chain Management: 36.000 EUR
  • Architektur: 30.000 EUR
  • Tourismus: 28.000 EUR

Beachte alle Faktoren

Um Dein eigenes Einstiegsgehalt einschätzen zu können, solltest Du alle Gehaltsfaktoren im Auge behalten. Online-Gehaltsrechner bieten die perfekte Möglichkeit, sich sein individuelles Gehalt (ohne Sonderleistungen) berechnen zu lassen. Solche Rechner sind zum Beispiel: www.gehalt.de oder www.gehaltsvergleich.com.

Begründe Deine Gehaltsvorstellung

Bei der Verhandlung selbst sind neben guter Vorbereitung vor allem eine gute Begründung Deiner Gehaltsvorstellung entscheidend. Erwähne diese Gründe jedoch erst, wenn Du vom Gegenüber direkt danach gefragt wirst, d.h. mach nach Deiner Angabe zunächst eine Pause. Überzeuge mit Deinen Qualifikation und Leistungen. Eine ausschweifende Selbstdarstellung solltest Du jedoch ebenso vermeiden wie zu viele Emotionen.

Höre Deinem Gegenüber genau zu, behalte den Gesprächsüberblick und mach Pausen, denn: Abwarten kann bares Geld wert sein! Bleibe flexibel und verliere keinesfalls die Beherrschung – selbst, wenn Dir der Gegenvorschlag unverschämt erscheint.

Sprich Sonderleistungen mit Vorsicht an

Das Ansprechen von Sonderleistungen wie Dienstwagen, Firmenhandy, betriebliche Altersvorsorge, Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Rabatte sollte bei den Gehaltsverhandlungen mit Bedacht erfolgen. Sonderleistungen sind Vergünstigungen, die zusätzlich zum Gehalt geboten werden. Sollten sie bestehen, ist es ratsam bei den Gehaltsverhandlungen nicht allzu sehr auf seinen eigenen Vorstellungen zu beharren.

Du solltest nicht um den heißen Brei reden, zu ehrlich oder bescheiden sein und keinesfalls Vergleiche zum Gehalt von Kollegen ziehen. Achte auf Deine Gestik und vermeide fuchtelnde Bewegungen oder Flirt-Aktionen und sexuelle Signale.

Erfahrungsgemäß zahlen sich realistische Erwartungen aus.

*Bei allen Angaben handelt es sich um ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt in EUR.

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