Arbeitsmotivation in einem Meeting

Arbeitsmotivation: So bleibst Du motiviert am Arbeitsplatz!

Du sitzt den ganzen Tag im Büro und fragst Dich manchmal, was genau Deine Arbeit jetzt eigentlich nutzt? Oder sind Deine Mitarbeiter den ganzen Tag unterwegs und Du hast das Gefühl, ihnen fehlt ab und zu die nötige Motivation? Beides kein Grund, gleich zu verzweifeln. Was fehlt, ist lediglich ein wenig Arbeitsmotivation. Hier erfährst Du, wie Du Dich und Deine Mitarbeiter am Arbeitsplatz motivieren kannst.
19
Feb

WAS MOTIVIERT ARBEITNEHMER?

Verschiedene aktuelle Studien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Geld deutsche ArbeitnehmerInnen zwar motiviert, andere Faktoren wie Kollegen und das Umfeld, in dem gearbeitet wird, aber ebenfalls äußerst wichtig sind.
Der vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup ermittelte Engagement Index für Deutschland 2018 enthält das Ergebnis, dass eine erlebte Führung überwiegend nicht motivierend auf MitarbeiterInnen wirkt. Die emotionale Bindung von MitarbeiterInnen an das Unternehmen allerdings für viele der 1.000 im Zeitraum von 15.02. bis 15.03.2018 befragten, volljährigen ArbeitnehmerInnen durchaus eine Rolle spielt. Und auch die Jobstudie 2017 von Ernst & Young (EY) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Hiernach sind sogar 82 Prozent der 1.400 befragten ArbeitnehmerInnen mit ihrem Arbeitgeber emotional verbunden.
Laut EY steige die Verbundenheit mit dem Arbeitgeber mit zunehmendem Alter weiter und sei in der Baubranche und bei Banken sowie im Versicherungswesen besonders hoch. Außerdem bestätigt EY, dass Geld allein nicht glücklich macht!
Die Studie von AVANTGARDE Experts zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit zeigt, dass sich trotz der Meinung, Geld spiele eine untergeordnete Rolle, viele Mitarbeiter wiederum durch monetäre Vorteile motivieren lassen.

Auch wenn bei Deiner Arbeitsstelle nicht alles passt, kannst Du Dich und andere immer wieder motivieren! Aber wie gelingt es sich selbst, die Kollegen oder Deine Arbeitnehmer dauerhaft zu motivieren? Wir versuchen Dir im Folgenden Antworten darauf zu geben und Dir zu helfen, motivierter in Deinem Job zu sein.

WARUM IST MOTIVATION WICHTIG?

Du stellst Dir die Frage, was Motivation dem Unternehmen oder Dir als Arbeitnehmer nutzt? Die Gründe für motiviertes Arbeiten sind vielfältig und beide Seiten profitieren davon. Motivation schafft:

  • höhere Produktivität
  • höhere Profitabilität
  • Wachstum
  • Wettbewerbsvorteil
  • Zufriedenheit der Mitarbeiter
  • erhöhte Kundenbindung
  • hohe Arbeitsqualität
  • gutes Betriebsklima
  • bessere Arbeitsleistung
  • Innovationen
  • weniger Unfälle und Fehlverhalten
  • weniger Fehltage
  • weniger Fluktuation
  • einen positiven Beitrag zum Betriebsklima

MOTIVATIONSTYPEN

Hast Du bereits mit vielen unterschiedlichen Kollegen oder Kolleginnen zusammengearbeitet, hast Du Geschwister oder eine Weile einen Mannschaftssport betrieben, dann weißt Du: nicht alle Menschen sind auf die gleiche Art zu motivieren. Der Businesscoach Nina Klöckner spricht in einem Interview mit dem Magazin Impulse sogar von drei verschiedenen Motivationstypen.

DER LEISTUNGS-TYP

Bist Du eher der „Leistungs-Typ“, dann bist Du sehr detailgenau und diszipliniert. Auch eine perfektionistische Art sowie strategische und analytische Fähigkeiten werden dem „Leistungs-Typen“ zugeschrieben. Menschen dieses Motivationstyps wollen den eigenen Ansprüchen gerecht werden und geben sich häufig zurückhaltend. Sie brauchen Freiräume in ihrer Arbeitsumgebung und ausreichend Zeit sowie Ruhephasen zwischendurch. Idealerweise können Leitungs-Typen bei Bedarf auf ein Einzelbüro ausweichen. Bei wenig Stress entfalten sie ihr volles Potenzial.

DER BEZIEHUNGS-TYP

Als „Beziehungs-Typ“ wirst Du als kontaktfreudig, offen, empathisch, interessiert und engagiert charakterisiert. Auch eine gewisse chaotische Art und unstrukturiertes Arbeiten gehören zum „Beziehungs-Typ“. Menschen dieses Typus brauchen die Teamarbeit und sind nicht gern allein. Isolation ist für sie der blanke Horror und das Wir-Gefühl ein Muss. „Beziehungs-Typen“ sollten mit mehreren Kollegen und Kolleginnen zusammensitzen und Aufgaben erhalten, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

DER MACHT-TYP

„Macht-Typen“ ¬Das klingt negativer, als es ist. Charakterliche Eigenschaften wie lösungsorientiertes Denken und Handeln, Entscheidungsfreude und Stressresistenz werden diesem Typus zugeschrieben. Aber: „Macht-Typen“ können herrisch und bestimmend sein und wirken. Sie brauchen sichtbare Anerkennung und die Zusammenarbeit mit Kollegen, um richtig durchzustarten. Idealerweise üben „Macht-Typen“ eine Führungsposition aus, so wird ihre Dynamik gefördert und ihr Ideenreichtum gefordert.

MITARBEITER-TYPEN AM ARBEITSPLATZ MOTIVIEREN

Da Mitarbeiter aber nicht alle pauschal einem Typus zugeordnet werden können, ist es möglich, dass Macht-Typen Eigenschaften von Leistungs-Typen aufweisen und umgekehrt. Damit Du als Chef alles richtig machst, musst Du dafür sorgen, dass jeder Mitarbeiter richtig motiviert wird:

  • Führe regelmäßige Feedback-Gespräche.
  • Vereinbare Ziele mit und für Deine Mitarbeiter.
  • Fördere eine offene Kommunikation in den Teams und durch die Hierarchie-Ebenen.
  • Erfrage, welche Arbeitsmittel Deinen Mitarbeitern zum vernünftigen Arbeiten wichtig sind und ob sie alles haben, was sie brauchen.
Vogel fliegt aus dem Käfig

EXTRINSISCHE UND INTRINSISCHE MOTIVATION

Extrinsisch oder intrinsisch? Was bedeutet das genau und was funktioniert bisher besser bei Dir?
Die extrinsische Motivation ist jene, die durch äußere Reize ausgelöst werden kann. Das heißt zum Beispiel durch die Aussicht auf materielle oder monetäre Belohnungenwie eine Gehaltserhöhung oder ein Firmenhandy, einen Firmenwagen, einen teuren Bürostuhl oder Ähnliches. Eine in Aussicht gestellte Bevorzugung am Arbeitsplatz ist ebenfalls extrinsisch. Dies können zum Beispiel bestimmte Erlaubnisse sein, die anderen Mitarbeitern vorenthalten sind (mehr Homeoffice, Teilnahme an Geschäftsleitungsmeeting usw.).

Neben der Aussicht auf etwas, ist auch die Vermeidung bestimmter Konsequenzenextrinsisch motiviert. Das kann beispielsweise das Vermeiden einer Bestrafung (ein schlechtes Prüfungsergebnis) sein. Erledigst Du eine Aufgabe extrinsisch motiviert, dann machst Du das, um entweder mehr Geld, Anerkennung und materielle Vorteile zu erhalten oder um eine Strafe zu umgehen. Das heißt: der Einfluss auf Deine Arbeit kommt von außen.
Die intrinsische Motivation ist genau das Gegenteil: Sie entsteht in Deinem Inneren und quasi aus Dir selbst. Wenn Du eine Aufgabe gerne machst, weil sie sinnvoll und herausfordernd ist oder Du einfach interessiert bist und das Arbeiten an dieser Aufgabe Spaß macht, dann bist Du intrinsisch motiviert. Belohnungs- oder Bestrafungssysteme beeinflussen die Arbeit an der Aufgabe hierbei nur geringfügig.

Die intrinsische Motivation macht langfristiger glücklich und unterstützt die Bedürfnisse nach:

  • Selbstbestimmung
  • Eigener Erwartung an den Job und sich selbst
  • Sinnhaftigkeit in unserem Tun

Beide Motivationen werden in der heutigen Arbeitswelt kombiniert. Ganz einfach formuliert: Wenn Dir Deine Arbeit Spaß macht, kannst Du trotzdem ordentlich bezahlt werden.
Übrigens: Die alleinige extrinsische Motivation gilt heute häufig als veraltet. MitarbeiterInnen gewöhnen sich schnell an extrinsische Motivationen und andere –intrinsische – sind notwendig für das Wohlbefinden des Einzelnen und das Betriebsklima.
Nur wenn Du Deine Mitarbeiter kennst und ihre Zukunftswünsche ernst nimmst, lässt sich eine passende Motivation für den jeweiligen Mitarbeiter finden! Du wüsstest gar nicht, wie Du motiviert werden könntest? Dann findest Du es ja vielleicht heraus: Klick Dich für eine erste Ahnung durch den Motivationstest der Süddeutschen Zeitung!

Motivation für die Arbeit und die Mitarbeiter

EIGENE MOTIVATION

Sich selbst zu motivieren ist manchmal schwer, aber mit ein paar Tricks kann es trotz privatem Stress, einem übergeschwappten Kaffee in der Bahn oder einer Standpauke vom Chef gelingen:
10 Tipps zur eigenen Arbeitsmotivation:

  • Setze auf Team-Arbeit und -Pflege.
  • Leg To-Do-Listen an.
  • Bewege Dich in Pausen und zwischendurch mal.
  • Belohne Dich selbst für Deine Mühe.
  • Nutze Deine Freizeit auch als solche.
  • Lerne zu delegieren.
  • Sorge dafür, dass Du Dich gesund ernährst (und manchmal naschst).
  • Sei so oft wie möglich ausgeschlafen.
  • Führe ein Erfolgstagebuch, in dem Du einen kleinen Erfolg pro Tag aufschreibst.
  • Hab Spaß bei der Arbeit! Lachen ist erlaubt und steckt andere an.

Es ist quasi unmöglich, jeden Tag alle zehn Tipps zu befolgen. Suche Dir einfach die Tipps aus, die für Dich am besten passen und Du wirst sehen, dass Du Dich dann schneller motivieren kannst.

MITARBEITER MOTIVATION

Neben der emotionalen Bindung an das Unternehmen sollten für die Mitarbeitermotivation die Möglichkeiten zur Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und zur Steigerung des Verantwortungsbewusstseins gefördert werden.
11 Tipps zur Arbeitsmotivation der Mitarbeiter:

  • Etabliere gemeinsame Rituale, wie zum Beispiel ein Morgenritual.
  • Ermögliche eine ergonomische Arbeitsplatz-Gestaltung.
  • Belohne Dein Team für herausragende Leistung.
  • Fragen ist erlaubt und Hilfe erwünscht: Verteile Arbeit um, wenn Teammitglieder es nicht schaffen.
  • Biete Sportangebote für Deine Mitarbeiter an.
  • Vermeide Wissensinseln und teile das Wissen.
  • Etabliere ein gemeinsames Wertesystem (Core Values oder ähnliches).
  • Sorge für eine angemessene Arbeitsbelastung.
  • Biete nützliche Weiterbildungsmöglichkeiten und individuelle Förderung an.
  • Sorge für eine angemessene Bezahlung.
  • Schaffe ein angstfreies und freundschaftliches Klima, das Platz für Spaß lässt.

Ja, diese Tipps umzusetzen ist viel Arbeit und anstrengend, birgt aber Erfolge. Motivierte MitarbeiterInnen bieten Dir die oben bereits genannten Vorteile und: wenn Du ausreichend Ressourcen für Weiterbildung und einen angenehm gestalteten Arbeitsplatz zur Verfügung stellst, dazu gehören auch regelmäßige Gehaltsverhandlungen, wird ein Großteil der Mitarbeiter dankbar sein und motivierter an die Aufgaben gehen.

WELCHE FAKTOREN BEEINFLUSSEN DIE MOTIVATION AM ARBEITSPLATZ?

Dass sich die Motivation beeinflussen lässt, weißt Du selbst und wenn Du bereits eine Gehaltserhöhung hinter Dir hast, weißt Du auch, dass Du nach der gewünschten Erhöhung doch etwas besser auf Deinen Arbeitgeber zu sprechen warst als vorher, oder nicht? Deine Motivation ist somit also abhängig von bestimmten Faktoren wie:

  • Erfolg
  • Anerkennung der Leistungen durch Lob
  • monetäre oder materielle Anerkennung
  • neue Herausforderungen
  • Handlungsspielraum
  • Teamzusammenhalt
  • Aufgabenstellung
  • Feedbackkultur
  • Eigenverantwortung 
  • Work-Life-Balance
  • betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Förderungsmaßnahmen
  • Vorbildfunktion der Chefs
  • respektvoller Umgang miteinander
  • spezifische Mitarbeiter-Motivation nach Typen
  • Getränke und Speisen-Angebot
  • Vertrauen zum Chef: Auch er braucht Motivation.
  • Vertrauen in das eigene Team
  • fähigkeitsbasiertes Arbeiten: Sitzt der richtige Mitarbeiter auf dem richtigen Posten?
  • Transparenz wichtiger Unternehmensziele: Binde Deine Mitarbeiter ein!
  • Identifikation mit dem Arbeitsplatz

Bild mit Uhr und Pflanze

Findest Du einige der Faktoren in Deinem Unternehmen wieder? Oder erkennst Du Verbesserungspotenzial bei einzelnen Punkten? Dann sprich doch einfach mal mit der zuständigen Person in Deinem Unternehmen über Deine Ideen, vielleicht ist der- oder diejenige froh über eine neue Idee zur Verbesserung der Motivationsfaktoren. Dein Engagement für das Unternehmen wird so automatisch deutlich und vielleicht zahlt sich Dein Einsatz gegen Demotivation ja am Ende sogar aus.

SCHLECHTE STIMMUNG BEI DER ARBEIT?

Schlechte Stimmung steckt an: Daher sind Beschwerden über den Chef oder eine(n) MitarbeiterIn ernst zu nehmen. WorkloadAufgabenverteilung oder das Vorgesetztenverhalten können sich demotivierend auswirken. Auch ein neuer Job kann dann helfen.
Wichtig ist, dass die Kombination Deiner extrinsischen und intrinsischen Motivation etwa gleichgewichtet ist. Ein gut bezahlter Job, bei dem Dir die Aufgaben überhaupt nicht gefallen, wird Dich genauso wenig langfristig glücklich machen, wie eine interessante und erfüllende Arbeit, bei der Du viel zu wenig verdienst. Fühlst Du Dich bei der Arbeit momentan eher demotiviert und gibt es für Dich wenig bis keine Aussicht auf Besserung? Dann kann Dir die AVANTGARDE Experts Jobseite vielleicht bei der Suche nach einer motivierenden Tätigkeit helfen.

GUT ZU WISSEN: SORGE FÜR POSITIVE EINDRÜCKE!

Negative Eindrücke beeinflussen uns stärker als positive. Für die Führungsebene bedeutet das, dass es nach der Faustregel mindestens vier positiv motivierte Mitarbeiter braucht, um einen demotivierten Mitarbeiter abzufedern. Chefs, Abteilungs- oder Teamleiter sollten daher in den Feedback-Gesprächen genau auf die Aussagen der MitarbeiterInnen achten, sie ernst nehmen und mit Problemen offen umgehen.

Auch anonymes Feedback ist eine Möglichkeit, um den Kern der Probleme zu erkennen. Wichtig dabei: Die Kritik muss als solche formuliert und akzeptiert werden, persönliche Befindlichkeiten sind hier fehl am Platz!
Möchtest Du mehr über Arbeitsplatzmotivation erfahren, dann informier Dich auch in unseren Magazinartikeln zum Thema Überstunden vermeiden oder richtige Mitarbeiterführung. Und solltest Du noch überlegen, ob Du bei Deinem Arbeitgeber bleibst oder nicht, dann hilft Dir unser Interview zum Thema „Unglücklich im neuen Job – bleiben oder gehen?“ vielleicht dabei, ein bisschen mehr Orientierung zu erhalten. Solltest Du Dich für den Wechsel entscheiden, findest Du in den AVANTGARDE Experts Jobs bestimmt eine neue passende Position.
 

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