Mann sitzt auf dem Steg am See mit Bergen

Status Quo: Digitalisierung & Marketing

Die zunehmende Digitalisierung verändert die Arbeitswelt von Marketing-Experten nicht nur inhaltlich, sondern definiert auch die Art der Zusammenarbeit neu. Doch wie sehr ist diese Veränderung bei den Marketiers aktuell spürbar, was kommt bereits im Arbeitsalltag an, in welchen Bereichen findet Veränderung statt und welche Auswirkungen werden für die Zukunft erwartet? Die Studie zeichnet ein reelles Bild des aktuellen Arbeitsalltags im Marketing und untersucht, wie gut Marketing-Experten auf die Zukunftsthemen durch Studium und Ausbildung überhaupt vorbereitet sind.
23
Jan

1. Ergebnisse: Wie wirkt sich die Digitalisierung auf das Marketing aus?

Bei der Studie im letzten Jahr wurden insbesondere die Arbeitsbedingungen der Befragten untersucht. Die Marketiers sollten ihre Arbeitszufriedenheit bewerten, angeben, wie sie kommunizieren und wie sehr sie ihr aktueller Job ausfüllt. Zudem wurden die Marketing-Experten in 2017 ebenfalls um eine Einschätzung zu den Folgen der digitalen Transformation auf ihren Job gebeten. Nach der Marketing-Studie im Vorjahr befragte der Recruiting-Spezialist AVANTGARDE Experts nun gemeinsam mit der Macromedia Business School Marketing-Experten in einer repräsentativen Umfrage erneut und liefert damit einen hochaktuellen Einblick in den Arbeitsalltag deutscher Marketingfachkräfte.

Zentrale Ergebnisse der aktuellen Marketing-Studie:

  • Ausbildung bietet gute Vorbereitung bei klassischen Management-Themen, zukunftsweisende Kompetenzen müssen aber im Berufsalltag und über Weiterbildungen erlernt werden
  • Aktuell mehr Technisierung als Digitalisierung 
  • Der ideale Jobrahmen: Home Office und unbefristeter Arbeitsvertrag
  • Marketing-Spezialisten sind sich einig: Digitalisierung bringt Zeit für neue Aufgaben statt Jobverlust 

2. Learning by Doing: Ausbildung bereitet nur teilweise auf Arbeitswelt vor

Im ersten Schritt wurden Marketingfachleute befragt, wie gut sie sich durch ihre Ausbildung oder ihr Studium generell auf die Berufswelt vorbereitet fühlen, wie stark erlernte Kompetenzen Anwendung finden und welche sie davon am meisten im Berufsalltag nutzen. Hierzu sollten sich die Studienteilnehmer zunächst auf einer Skala von 1 bis 7 einordnen. Die Studie zeichnet ein geteiltes Bild. Fast die Hälfte (46 Prozent) bewertet ihre Vorbereitung positiv und ordnet sich zwischen 5 und 7 Punkten ein. Gleichzeitig sind 35 Prozent der Meinung, gefühlt eher schlecht oder sehr schlecht (1, 2, 3) vorbereitet zu sein.

Betrachtet man die einzelnen Branchen, sticht der Bereich Vertrieb positiv heraus. 67 Prozent der Marketing-Mitarbeiter in der Vertriebsbranche gaben an, sich durch Studium oder Ausbildung gut oder sehr gut auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet zu fühlen. In der IT-Branche sind es immerhin 59 Prozent. Auch im Dienstleistungssektor empfindet mehr als die Hälfte der befragten Angestellten die Ausbildung als hilfreich für den Job. Die Marketiers im Bereich Kommunikation hingegen fühlen sich weniger gut vorbereitet. Nur 42 Prozent ordnen sich auf der Skala zwischen 5 und 7 Punkten ein.

Auf die Frage nach der praktischen Anwendung des Erlernten im Beruf siedelt sich branchenübergreifend über die Hälfte im Mittelfeld (4 und 5 Punkte) an. Im Vergleich zur ersten Frage nach dem Gefühl der Vorbereitung, gestaltet sich die Branchenverteilung bei der Einschätzung der Anwendung erlernter Kompetenzen etwas anders. Mit 56 Prozent sind es hier die Marketing-Experten im IT-Sektor, die ihr erlerntes Wissen am besten tagtäglich anwenden können.

Bei den Vertretern aus dem Vertrieb klafft das Ergebnis der gefühlt guten Vorbereitung im Vergleich zu dem der Anwendung auseinander. Weniger als die Hälfte (bei der gefühlten Vorbereitung waren es 67 Prozent) kann die erlernten Kompetenzen im Berufsleben anwenden. Die Befragten im Bereich Marketing & Kommunikation liegen auch hier weit hinten, lediglich 35 Prozent nutzt Gelerntes im beruflichen Alltag.

Grundsätzlich sind die im Studium und Ausbildung erlernten Kompetenzen also für die Mehrheit der Befragten nur teilweise hilfreich und im täglichen Berufsalltag anwendbar. Lediglich ein verschwindend geringer Anteil fühlt sich nach seinem Abschluss perfekt vorbereitet. 

IT im Arbeitsalltag wichtiger als Management-Themen

Im nächsten Schritt wurden die verschiedenen Kompetenzen einzeln nach ihrer gefühlten Relevanz und Anwendung abgefragt. Diese lassen sich in vier Überkategorien einteilen:

  • Management-Themen z. B. Unternehmensführung, Marktforschung, Internationales Marketing 
  • Marketing und Digitales z. B. Social Media, Online- und Eventmarketing sowie Digitalisierungsthemen
  • Psychologie z. B. Trendforschung, Kognitionspsychologie, Sozialpsychologie 
  • IT und Statistik z. B. Statistik, IT, Datenanalyse

Die Befragung hat ergeben, dass Management-Themen die Befragten gefühlt am besten auf das Berufsleben vorbereiten, während Kompetenzen rund um IT und Statistik den geringsten Einfluss haben. Betrachtet man allerdings den Arbeitsalltag, zeichnet die Studie ein anderes Bild. 

Bei der Einschätzung das Gelernte auch anwenden zu können, liegen bei den Befragten wiederum Kompetenzen rund um IT und Statistik vorne, während Management-Themen weniger Anwendung finden. Dies erklärt auch, wieso Marketiers aus dieser Branche ihr gelerntes Wissen am häufigsten anwenden.

Betrachtet man einzelne Kompetenzen fallen zwei Sachen auf: Social Media und Themen rund um die digitale Transformation werden in Studium und Ausbildung kaum behandelt. 64 Prozent der Marketing-Experten geben an, kaum bis gar keine Social Media-Kompetenzen aus ihrer Ausbildung mitzubringen, beim Know-how rund um die Digitalisierung sind es sogar drei Viertel der Befragten.

„Management-Themen lassen sich in einer Ausbildung einfacher fassen und sortieren als die Auswirkungen der Digitalisierung. Hier werden grundlegendes Systemverständnis und Fallstudien benötigt, da sich der Kontext sehr schnell verändert und große Breite besitzt.

 

Ich interpretiere das Ergebnis so, dass man die Digitalisierungskonsequenzen oft besser im Kontext des Berufs erspüren kann“, sagt Prof. Dr. Guido Ellert, Professor für Management und Wirtschaftspsychologie an der Business und Graduate School Macromedia München.

Avantgarde Studie

46 Prozent der Befragten fühlen sich durch ihre Ausbildung im Allgemeinen gut für die Arbeitswelt gerüstet. In Bezug auf die Digitalisierung sind 75 Prozent dagegen kaum bis gar nicht vorbereitet.

3. Wandel im Marketing: Aktuell mehr Technisierung als Digitalisierung

Grafik Avantgarde Studie Veränderungen Arbeitsplatz

68 Prozent der Marketing-Experten werten die verstärkte Nutzung von technischen Möglichkeiten als größten Veränderungstreiber am Arbeitsplatz. Digitalisierungsthemen sind dagegen nur für 20 Prozent sichtbar. 

Im nächsten Schritt wollte AVANTGARDE Experts und die Macromedia Business School von den Befragten wissen, welche Themen aktuell am stärksten die Veränderung des Arbeitsplatzes vorantreiben. Nach Einschätzung der Marketing-Experten ist eine fortschreitende Technisierung der Veränderungsfaktor Nummer 1. Auf einer Skala von 1 bis 7 (der Wert 0 steht für Enthaltung) bewerten 62 Prozent der Befragten den Bereich Mobilität und Technologie als starken bis sehr starken (5, 6 ,7) Treiber für Wandel am Arbeitsplatz, die verstärkte Nutzung von technischen Möglichkeiten sogar knapp 68 Prozent. 

Die Kernthemen der Digitalisierung wie der Einsatz von künstlicher Intelligenz und eine zunehmende Automatisierung werden interessanterweise bis jetzt kaum als Veränderungsfaktoren wahrgenommen. Nur für rund 20 Prozent der Marketiers werden diese Themen an ihrem Arbeitsplatz intensiv vorangetrieben.

Wie schon bei der kürzlich von AVANTGARDE Experts veröffentlichten Studie zur Arbeitszufriedenheit zeigt sich auch im Marketing, dass die digitale Transformation in der Arbeitsrealität noch nicht angekommen ist.

Option auf Home Office als wichtigster Faktor für Marketing-Spezialisten

Interessante Erkenntnisse liefert die Studie, wenn man die oben genannten Veränderungstreiber mit den Wünschen der Arbeitnehmer in Beziehung setzt. Auf die Frage, was den Marketingfachkräften bei der Wahl des Arbeitgebers wichtig ist, wenn man das Gehalt außen vor lässt, sticht der Wunsch nach Home oder Remote Office besonders hervor. Für 85 Prozent ist diese Option Grund genug, ein anderes Jobangebot anzunehmen. Diese Tatsache wird von Unternehmen augenscheinlich wenig berücksichtigt. Nur knapp die Hälfte der Studienteilnehmer ist der Meinung, dass dieses Thema an ihrem Arbeitsplatz aktuell stark vorangetrieben wird. Ähnlich verhält es sich bei Extraleistungen der Unternehmen wie Kita- oder Sportangebote. Die Mehrheit der Marketingfachleute (61 Prozent) wertet diese als wichtigen oder sehr wichtigen Faktor. Auch hier sieht die Realität anders aus. Über 70 Prozent gab an, dass sich in diesem Bereich kaum etwas tut. Die oben genannten starken Veränderungstreiber im technologischen Bereich entsprechen hingegen auch den Wünschen der Arbeitnehmer. 70 Prozent sieht diese Entwicklung als wichtigen Faktor bei der Arbeitgeberwahl an. Darüber hinaus sind Veränderungen wie eine moderne Arbeitsplatzgestaltung, die Entwicklung kreativer Lösungen wie Innovation Hubs oder auch Maßnahmen zum Kulturwandel für die Marketiers relevant.

Dieser Teil der Studie macht deutlich, dass seitens der Unternehmen ein Wandel bei Arbeitsweise und Inhalten vorangetrieben wird. Dies wird auch von den Marketiers positiv bewertet. Bei Rahmenbedingungen wie der Option auf Home Office oder zusätzlichen Services haben die Unternehmen allerdings noch Nachholbedarf. 

 

Home Office Befragung Avantgarde Studie

Bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers würden sich 85 Prozent der Befragten für einen Job entscheiden, bei dem sie aus dem Home Office arbeiten können.

4. Arbeitsplatzgestaltung: Neue Konzepte sollten nicht zum Selbstzweck werden

Die Art, wie und wo wir arbeiten, verändert sich zunehmend. Wie ist die aktuelle Arbeitsplatzsituation im Marketing und wo findet Veränderung statt, wollten die Studienleiter von den Befragten wissen. Nur 28 Prozent können in ihrem Job eine transparente und klar formulierte Arbeitsplatzstrategie erkennen. Darüber hinaus sollten die Marketiers eine Einschätzung geben, welche Ziele ihr Unternehmen mit einer neuen Arbeitsplatzgestaltung verfolgt und wie relevant diese sind. Laut der Befragten sind Themen wie Produktivitätssteigerung, mehr Zufriedenheit für die Mitarbeiter, mehr Kundenfreundlichkeit, Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber sowie Kosteneinsparung die wichtigsten Gründe, für eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes. Fragt man hingegen, wie weit diese bereits umgesetzt wurde, ist hier nach Einschätzung der Marketingfachleute noch Luft nach oben. Knapp die Hälfte bewertet den Fortschritt in diesem Bereich eher als mittelmäßig. Jeder Vierte sagt sogar, hier hat sich bisher wenig bis sehr wenig getan. 

Interessanterweise scheint das aber die Befragten auch nicht zu stören. Denn es wurde weiter gefragt, ob moderne Räume der Zusammenarbeit, wie Coworking oder Open Spaces sowie flexible Arbeitsplätze oder Rückzugsräume für Mitarbeiter bereits vorhanden und wie wichtig diese den Arbeitnehmern sind. 

Die Umfrage hat ergeben, dass die Mehrheit der Marketing-Experten eine neue Arbeitsplatzgestaltung als wenig relevant erachtet. Nur jeder Fünfte ist der Meinung, dass es mehr Open-Space oder Multi-Space Büros geben sollte. Auch bei der Entwicklung hin zu mehr Team Offices oder Regenerationsräumen für Mitarbeiter sehen die Marketiers wenig bis keinen Handlungsbedarf.

„Die Neugestaltung von Arbeitsräumen darf nicht zum Selbstzweck werden. Oft will man modern und digital erscheinen, hat Kreativräume und andere Modelle. Jedoch zeigt die Studie, dass es oft an der Aktivierung und Bespielungskompetenz mangelt. Sehr häufig sehe ich, dass die Raumkonzepte nicht vollständig durchdacht sind, es keine Aktivierungspläne und vor allem keine Zielformulierungen für neue Wertschöpfungen gibt“, resultiert Prof. Dr. Guido Ellert. 

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5. Anstellungsart: Wie wollen die Marketing-Experten arbeiten?

Die Arbeitswelt der Marketiers ist im ständigen Wandel. Spiegelt sich dies auch bei vertraglichen Bedingungen wider? Im weiteren Verlauf wurden die Studienteilnehmer gefragt, welche Vertragsart sie bevorzugen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Während bei den Befragten der Wunsch nach flexibler Gestaltung der Arbeitsorte und -zeiten zunimmt, ist bei der Vertragsart die sichere Variante mit Abstand am beliebtesten. Ganze 89 Prozent bevorzugen einen unbefristeten Arbeitsvertrag. 

Eine Anstellung über Zeitarbeitsfirmen ist für die Marketiers am wenigsten attraktiv. Beim Thema Selbstständigkeit gehen die Meinungen auseinander.

Zwar wäre für jeden Vierten eine langfristige Tätigkeit als Freelancer der Worst Case, gleichzeitig sind über 20 Prozent der Meinung, dass die Selbstständigkeit die optimalste Arbeitsform ist. Nicht zuletzt sind viele Marketing-Experten freiberuflich tätig. Doch wie ist hier die branchenspezifische Verteilung?

Auch hier überwiegt der unbefristete Arbeitsvertrag. Einzig die Kreativen ziehen mit 40 Prozent die Selbstständigkeit vor, während die Marketiers in der IT-Branche Sicherheit mit 62 Prozent am stärksten bevorzugen. Auch im Bereich Marketing & Kommunikation, hierzu zählen vor allem Mitarbeiter in Agenturen, genießt über die Hälfte der Befragten die Sicherheit eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses, gefolgt von dem Wunsch nach Selbstständigkeit. 

6. Digitalisierung im Marketing: Optimistischer Blick in die Zukunft

Im letzten Teil der Studie stand der digitale Wandel und seine Folgen im Fokus der Befragung. Zunächst sollten die Marketingfachleute allgemein den Grad der Digitalisierung in ihrem Unternehmen auf einer Skala von 1 bis 7 bewerten. Die Mehrheit siedelt sich hier im Mittelfeld an. 61 Prozent ordnen den digitalen Fortschritt an ihrem Arbeitsplatz zwischen 3 und 5 Punkten ein. Darüber hinaus ließe sich nach Ansicht der Marketiers durchschnittlich 28 Prozent ihrer Arbeit automatisieren. Auf die Frage, was die Folgen dieser Entwicklung wären, zeichnet die Studie ein überraschend positives Bild. 

Vorteil Digitalisierung Avantgarde Studie

75 Prozent der Marketing-Experten sind sich sicher, dass sie durch die Digitalisierung mehr Zeit für spannende Aufgaben gewinnen.  

Die häufig mit der Digitalisierung verbundene Angst des Jobverlusts teilen nur 17 Prozent. Die Mehrheit sieht eine zunehmende Automatisierung eher als Chance. Fast drei Viertel der Befragten ist der Meinung, dann mehr Zeit für interessantere Aufgaben zu haben. 

 

Prof. Dr. Andreas Gräfe, Professor für CRM an der Business und Graduate School Macromedia München erkennt hier einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Grad der Digitalisierung und dem positiven Effekt der Zeitersparnis: „Dort, wo der digitale Wandel bereits fortgeschritten ist und auch wirklich bei den Arbeitnehmern ankommt, werden diese Auswirkungen auch positiv wahrgenommen.“ Grundsätzlich sehen die Marketing-Experten optimistischer in die digitale Zukunft als der bundesweite Durchschnitt. In einer im Sommer 2018 von AVANTGARDE Experts durchgeführten Studie zur Arbeitszufriedenheit waren sich die Deutschen uneins, ob der digitale Wandel mehr Chancen oder mehr Risiken bietet.

Bauchgefühl Avantgarde Studie

Mehr als ein Drittel der Befragten trifft Entscheidungen genauso häufig aus dem Bauch heraus, wie auf Basis von Daten.  

Bauchgefühl vs. Datenanalyse: Wie werden Entscheidungen getroffen?

In diesem Zusammenhang wurde zudem untersucht, wie hoch die Befragten den Wert datengetriebener Entscheidungen einschätzen und wie in ihrem Unternehmen üblicherweise Entscheidungen getroffen werden. Über die Hälfte der Marketiers bewertet datengetriebene Entscheidungen als nur mäßig relevant. 

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in der nächsten Frage wider. 38 Prozent geben an, dass Entscheidungen ungefähr gleichermaßen aus dem Bauch heraus und auf Basis von Daten getroffen werden. Für jeden fünften Marketier liegt das Bauchgefühl vorne. Bei 28 Prozent der Befragten wird eher auf Daten gesetzt. 

„Die Einschätzung der befragten Marketing-Experten zum digitalen Wandel und der Nutzung von Daten macht wiederum deutlich, dass sich die Unternehmen aktuell in einer Zwischenphase befinden, die wirklichen Vor- und Nachteile der Digitalisierung sind in der Arbeitsrealität nur teilweise spürbar“, resultiert Prof. Dr. Andreas Gräfe.

Diese Einschätzung deckt sich zudem mit den Ergebnissen der Marketing-Studie aus dem letzten Jahr

7. Fazit

Die vorliegende Studie von AVANTGARDE Experts und der Macromedia Business School liefert hochrelevante Einblicke in den Arbeitsalltag deutscher Marketing-Experten und zeichnet ein überraschend positives Bild in Hinblick auf die digitale Transformation. Auch wenn es bei erlerntem Know-how rund um dieses Thema zweifelsohne Nachholbedarf gibt. 

Denn die Befragung hat deutlich gemacht, dass sich die Mehrheit der befragten Marketiers besonders aufgrund von Management-Themen gut auf den Beruf vorbereitet fühlen. Digitale Kompetenzen standen der Umfrage nach jedoch kaum auf dem Lehrplan. Hier sind Unternehmen wie Angestellte gleichermaßen gefordert, sich im täglichen Learning by Doing sowie über Fortbildungsmaßnahmen immer wieder neues Wissen rund um diese schnelllebigen Themen anzueignen. 

Eine spannende Erkenntnis ist der technische Wandel im Marketing. Die Befragung hat ergeben, dass der Bereich Mobilität und Technologie und die verstärkte Nutzung von technischen Möglichkeiten die aktuell stärksten Veränderungstreiber sind. Kernthemen wie künstliche Intelligenz oder Robotik sind nach Einschätzung der Befragten hingegen bisher kaum sichtbar. Der wirkliche digitale Wandel ist im Arbeitsalltag noch nicht angekommen. 
Eine Aussage bei der Unternehmen aufhorchen sollten, ist der Wunsch nach Home Office und Extraleistungen. Stolze 85 Prozent würden sich bei einem Jobwechsel für denjenigen Arbeitgeber entscheiden, der die Möglichkeit auf Heimarbeit bietet. Doch weniger als die Hälfte der Befragten kann hier aktuell eine Veränderung auf Unternehmensseite feststellen. 

Ähnlich verhält es sich mit Benefits wie einer eigenen Kita oder einem Sportangebot. Unternehmen könnten mit diesen Themen beim Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte verhältnismäßig leicht punkten, was ihnen aber nicht bewusst zu sein scheint. 

Die inhaltlichen Veränderungen, wie technischen Fortschritt oder Kulturentwicklung, die Unternehmen vorantreiben, befürwortet die Mehrheit der Marketiers ebenfalls. Worauf die Befragten weniger Wert legen, sind vermeintlich moderne Konzepte der Arbeitsplatzgestaltung wie Team Offices oder Coworking Spaces. Diese sollten nicht zum Selbstzweck einer fortschrittlichen Unternehmenskultur werden, stattdessen sollten neue sinnvolle Konzepte, die dann auch tatsächlich genutzt werden, besser gemeinsam mit den Mitarbeitern entworfen werden.

Auch beim Thema Rahmenbedingungen setzen die befragten Fachkräfte aus Marketing auf Altbewährtes. Knapp 90 Prozent ziehen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis der Selbstständigkeit oder projektbasiertem Arbeiten vor. Flexibilität ist in der schnelllebigen Marketingbranche also nur beim Arbeitsort gefragt, nicht aber bei den Verträgen. Ein erfreuliches Ergebnis stellt das positive Zukunftsbild der Marketiers dar. 

Dem in den Medien weit verbreiteten „Jobkiller Digitalisierung“ setzt die Studie ein deutliches Signal entgegen. Einen möglichen Verlust des Arbeitsplatzes fürchten die wenigsten, vielmehr sieht die Mehrheit die Digitalisierung als Chance, um mehr Zeit für interessantere Aufgaben zu haben.

8. Über die Studie & soziodemografische Daten

ÜBER DIE STUDIE

Der Recruiting-Spezialist AVANTGARDE Experts hat gemeinsam mit der Macromedia Business School 367 Experten aus Marketing zu ihren erlernten Kompetenzen, Präfenzen bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers, aktuellen Veränderungen an ihrem Arbeitsplatz sowie ihrer Einschätzung zu den Folgen des digitalen Wandels befragt. Die Studienleiter sind:

  • Prof. Dr. Guido Ellert lehrt Wirtschaftspsychologie und Management an der Hochschule Macromedia. Er forscht zu Wertschöpfungsnetzwerken und Strategien, Problemlösungsprozessen und dem psychologischen Kundenerleben in Livewelten und Medienrealitäten.
  • Prof. Dr. Andreas Graefe kam im Jahr 2015 als Sky Stiftungsprofessor an die Hochschule Macromedia. Der Experte für Forecasting und automatisierten Journalismus ist außerdem Leiter des Forschungsprojektes „Pollyvote“, welches aktuell mit Funding der Google Digital News Initiative zum kommerziellen Tool für automatisierte Wahlberichterstattung entwickelt wird.
  • Christopher Schmidt ist Doktorand an der TU Dresden und Research Assistant an der Hochschule Macromedia. Er hat die Marketing-Studie als Experte für Statistik und Data Science sowie Empirische Sozialforschung und Methoden unterstützt.

ÜBER DIE HOCHSCHULE MACROMEDIA UND DIE MACROMEDIA BUSINESS SCHOOL 

Als Hochschule zur Gestaltung des Digitalen Wandels stehen die Chancen der digitalen Transformation im Zentrum der Macromedia-Lehre. Die Macromedia Business School nimmt speziell die Wertschöpfungsseite der digital getriebenen Wirtschaft in den Fokus. Online und Social, Big Data, künstliche Intelligenz, VR oder AR: die Macromedia Business School vermittelt Bachelor- und Masterstudierenden, wie neue Technologien in neue Services und Businessmodelle münden.

Das staatlich anerkannte Management-Studium ermöglicht Spezialisierungen in den Bereichen Fashion, Finanzmanagement und Controlling, Healthcare, Marketing, Tourismus oder Wirtschaftspsychologie.

Die Hochschule Macromedia ist eine private Hochschule mit Campus in München, Stuttgart, Freiburg, Köln, Hamburg und Berlin. Aktuell sind über 3.000 Studierende in den deutsch- und englischsprachigen Programmen eingeschrieben, die Fakultät umfasst rund 100 Professorinnen und Professoren. Zum akademischen Portfolio gehören neben den Management-Programmen Studiengänge in Medien, Journalistik, Musik, Film, Kunst und Design. Die Vorbereitung der Studierenden auf eine von dynamischen Veränderungen geprägte Arbeitswelt 4.0. ist vorrangiges Studienziel.

ÜBER AVANTGARDE EXPERTS

AVANTGARDE Experts rekrutiert im Auftrag seiner Kunden Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Marketing, Kommunikation, Sales, Digital, Kreation, Einkauf, Logistik, Engineering sowie HR & Office. Neben der Vermittlung von Festanstellungen und Freelancern liegt der Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens auf der Personalberatung zur Umsetzung von Projekten sowie der Suche und Auswahl von Spezialisten im Rahmen von Arbeitnehmerüberlassungen. 
AVANTGARDE Experts ist ein Tochterunternehmen der Münchner Kommunikationsagentur AVANTGARDE und verfügt über Standorte in München, Hamburg, Köln und Stuttgart. Zu den Kunden zählen nationale und internationale Markenkonzerne, mittelständische Betriebe sowie Agenturen und Start-ups.

SOZIODEMOGRAPHISCHE DATEN

Tätigkeitsbereiche der Befragten Avantgarde Studie
Position der Befragten Avantgarde Studie

 

Bildungsstand der Befragten Avantgarde Studie
Altersverteilung der Befragten Avantgarde Studie
Geschlechterverteilung der Befragten Avantgarde Studie

Bildnachweis: Bild 1: © Pexels / Simon Migaj