Warum gerade Frauen im Job mehr riskieren sollten
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Warum gerade Frauen im Job mehr riskieren sollten

20.12.2017
Frauen haben es häufig schwerer Karriere zu machen

Deutschen Frauen ist Jobsicherheit wichtiger als die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wünschen sie sich allgemein mehr Anerkennung im Berufsleben. Das fand eine aktuelle Studie von AVANTGARDE Experts heraus. Am Arbeitsmarkt herrscht nachweislich seit jeher Chancenungleichheit was Männer und Frauen angeht: Männer verdienen in denselben Positionen mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Führungspositionen werden häufiger mit Männern besetzt und Frauen sind als Bewerberinnen oft im Nachteil. Kein Wunder, dass unter weiblichen Angestellten die Jobsicherheit einen höheren Stellenwert besitzt. Dabei sollten gerade Arbeitnehmerinnen mehr im Job riskieren, um dem eigenen Erfolgsanspruch gerecht zu werden. Denn die fehlende Anerkennung ist einer der Hauptgründe für die geringere Jobzufriedenheit unter Frauen. Die folgenden Karrieretipps zeigen, wie sich Frauen im Berufsalltag besser durchsetzen können.

Selbstbewusstes Auftreten

Ein Grund für die Ungleichheiten in der Jobwelt sind die Geschlechterrollen, die immer noch in den Köpfen verankert sind. Die veraltete Weltanschauung, dass der Mann das Geld verdient und die Frau sich um den Haushalt kümmert, haben wir hinter uns gelassen. Zusätzlich soll die 2016 in Kraft getretene Frauenquote für mehr Frauen in Führungspositionen sorgen. Gewisse Dinge gelten jedoch immer noch als „typisch Mann“ und „typisch Frau“. Männern wird beispielsweise nachgesagt, dass sie risikofreudiger sind. Frauen gelten hingegen eher als zurückhaltend. Wenn Du Dich immer nur zurückhältst, wie man es von der „typischen Frau“ erwartet, verstärkt das diese Rollenbilder zunehmend.

Du solltest selbstbewusst auftreten und nicht darauf warten, dass der Chef Dein Talent eines Tages entdeckt. Besser ist es, sich durch geschickte Eigen-PR über persönliche Erfolge zu freuen und seine Stärken zu zeigen. Wer die eigene Leistung herunterspielt und auf Lob mit „ach, das war doch einfach“ reagiert, spricht sich seine eigene Kompetenz ab. Für Frauen gilt: Nur keine falsche Bescheidenheit an den Tag legen! Das betrifft auch die Gehaltsverhandlung. Wer denkt, dass gute Leistung automatisch erkannt und mit mehr Gehalt belohnt wird, liegt falsch. In der Arbeitswelt richtet sich das Gehalt in der Regel nach dem Verhandlungsgeschick. Mit gewissen Do’s und Don’ts kannst Du Dich ganz leicht auf die nächste Gehaltsverhandlung vorbereiten.

Frau zeigt im Arbeitsalltag ihre Stärken

Herausforderungen annehmen

Nicht nur für Frauen gilt: Man wächst mit seinen Aufgaben. Um etwas zu erreichen, muss Du etwas riskieren. Laut Karrierecoach Barbara Schneider sollte man Gelegenheiten, die sich bieten, ergreifen. Vor allem wenn es um etwas geht, das man noch nie gemacht hat. Viele Frauen reagieren bei neuen Aufgaben zurückhaltend, da sie den Anspruch an sich selbst stellen, perfekt zu sein. Gerade in solchen Situationen ist der Mut zu Fehlern wichtig. Je mehr Verantwortung ein Job mit sich bringt, umso mehr Themen muss man sich widmen. Dabei können Fehler passieren. Doch nur wer den Sprung ins kalte Wasser wagt, schafft den beruflichen Aufstieg.

Laut Karriereberater Martin Wehrle besitzen Frauen ein „Bescheidenheits-Gen“ und seien oft selbstkritischer als Männer. Das Motto „bloß nicht wichtig machen“ bringt Frauen im Beruf nicht weiter. Diese Bescheidenheit resultiert bei weiblichen Angestellten häufig aus den Vorurteilen gegenüber jungen Müttern: unproduktiv, ständig krank und wenig belastbar. Dabei trifft das Gegenteil zu. Das fand eine Studie der Uni Konstanz heraus. In ihrer Forschungsarbeit waren Probanden mit Kindern produktiver als die Kinderlosen. Überzeuge Deine Vorgesetzten: Wer schlaflose Nächte mit Schreikind meistert, dem kommt das Vorstandsmeeting wie ein Spaziergang vor.

Frau hält Vortrag in der Arbeit

Karrierestart als Frau

Vielen Frauen wird der Unterschied in der Arbeitswelt erst bewusst, wenn sie sich aktiv auf dem Jobmarkt umsehen. Sei es zum Berufsanfang nach Schule und Studium oder beim Wiedereinstieg nach längerer beruflicher Auszeit. In diesem Fall erleichtern spezielle Angebote für Frauen den Einstieg. Karrieremessen für Frauen helfen, sich auf dem Jobmarkt zu orientieren.

Die herCAREER in München richtet sich nicht nur an Absolventinnen, Frauen in Fach- und Führungspositionen. Die Karrieremesse hält zusätzlich zahlreiche Angebote für Gründerinnen bereit, die vor dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit stehen. Zum Programm der herCAREER gehören Vorträge, Trainings- und Beratungseinheiten zu Themen wie Existenzgründung, Familie und Beruf, Führung und Kommunikation, Geld und Finanzen, Mentoring und Networking. Zudem bietet die herCAREER viele weitere Ansätze für den Erfahrungsaustausch von Frauen.

Berufliche Kontakte knüpfen

Ein echter Jobturbo sind die richtigen Kontakte. Gibt es im Unternehmen eine offene Stelle, führt der erste Weg der Führungsebene zu den eigenen, beruflichen Kontakten. Das Risiko ist geringer, wenn man den neuen Kollegen oder die neue Kollegin bereits kennt sowie schätzt und weiß was einen erwartet. Gerade als Frau solltest Du dafür sorgen, dass Du diejenige bist, die den Vorgesetzten bei solchen Überlegungen in den Sinn kommt.

Partys und Firmenveranstaltungen sind also kein lästiges Übel, sondern eine gute Gelegenheit, neue berufliche Kontakte zu knüpfen. Als Frau darf man sich zudem nicht von „Männerthemen“ abschrecken lassen. Wer nicht mitreden kann, ist schnell außen vor und das erschwert es, neue Kontakte zu knüpfen. Es lohnt sich zudem, jenseits des Arbeitsplatzes aktiv zu werden. Berufliche Kontakte lernt man nicht nur im eigenen Unternehmen kennen, sondern auch auf Messen, Kongressen, Seminaren und Branchentreffs.

Online-Netzwerke für Frauen nutzen

Neben Xing und LinkedIn gibt es online weitere Möglichkeiten, berufliche Kontakte zu knüpfen oder sich nach Jobs umzusehen. Einige Angebote richten sich explizit an Frauen. Jobportale wie wowox helfen bei der Suche und vermitteln Arbeitgeber, bei denen Voraussetzungen für einen Wiedereinstieg nach längerer Elternzeit gegeben sind. Dazu gehört nicht nur Entgegenkommen bei flexiblen Arbeitszeiten. Weitere Faktoren sind: Ein gewachsenes Verständnis für die Situation sowie das nötige Fingerspitzengefühl, um Frauen mit langer Berufspause durch zielgerichtete Schulungen die Sicherheit und praxistaugliche Qualifikation zurückzugeben.

Einen weiteren Ansatz verfolgt Edition F. Die Online-Plattform möchte ein digitales Zuhause für moderne, berufstätige Frauen sein. Es bietet mit der Female Future Force eine Online-Akademie an, die sich explizit an Frauen richtet. Im Rahmen eines Bezahlsystems können die Abonnenten auf Coaching-Tutorials zu Themen wie Karriere, Führungskompetenzen und Finanzen aus zwölf Themenschwerpunkten und 52 Einzelthemen zugreifen. Karrierefrauen, Experten und Coaches wie Ex-ProSiebenSat1 Personalvorstand Heidi Stopper, die Top-Sportlerin Alex Hipwell, Verhandlungsguru Matthias Schranner und viele weitere, teilen Ihre Tipps in Videos und Podcasts.

Tipps für Karrierefrauen im Überblick

  • Selbstbewusst auftreten und eigene Erfolge nicht runterspielen. Nur wer zeigt was er kann, bekommt neue und verantwortungsvolle Aufgaben.
  • Den Sprung in das kalte Wasser wagen und nicht davor zurückscheuen, Fehler zu machen.
  • Angebote auf Karrieremessen für Frauen, wie der herCAREER, nutzen.
  • Berufliche Kontakte knüpfen – auch abseits des eigenen Unternehmens
  • Auf spezielle Online-Netzwerke für Frauen, wie die Female Future Force, zurückgreifen.

Maßnahmen wie die Frauenquote oder der Equal Pay Day sollen der Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken. Trotzdem findet eine Veränderung nur sehr langsam statt, wie der Frauenanteil der 30 DAX-Unternehmen zeigt. Oftmals herrschen große Unterschiede zwischen den Unternehmen. Sollten unsere Tipps nicht zur gewünschten Anerkennung im Job führen, kannst Du Dich auf unserer Jobbörse umschauen. Hier findest Du vielleicht Deinen neuen Traumjob.

Bilder: Bild 1: iStock/ Ryzhi, Bild2: iStock/ llhedgehogll, Bild 3: iStock/ alvarez

20.12.2017

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