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Mitarbeiterführung: So wirst Du ein guter Chef

22.11.2018
Frau bei der Mitarbeiterführung

Ob ein Team von fünf Leuten oder gleich eine ganze Abteilung – mit der Qualität der Mitarbeiterführung steht und fällt der Erfolg. Wir geben Tipps, wie Du Deine Mitarbeiter richtig führst und wie Du Fehler vermeiden kannst.

Was ist gute Mitarbeiterführung?

In eine Führungsposition kommen, ist nicht schwer, gut führen dagegen sehr. Idealerweise solltest Du Dir über Deine Führungsqualitäten bewusst sein, bevor Du in eine Position mit Mitarbeiterverantwortung wechselst. Die Realität in vielen Unternehmen sieht jedoch etwas anders aus. Mitarbeiter werden nicht nur zu Leitern, weil sie gut führen können.

Du bist in einer Führungsposition, bist Dir aber nicht bewusst, wo Deine Führungsqualitäten liegen: dann mache auch unseren Führungsqualitäten-Test. Denn die gute Nachricht ist: egal, ob Du Dich zum Chef geboren fühlst oder stark an Dir zweifelst, gute Mitarbeiterführung lässt sich lernen. Was Du dazu brauchst, sind die Motivation eine gute Führungskraft zu werden und Lernbereitschaft.

Mitarbeiter richtig führen

Wie der Herr, so‘s Gescherr – auch, wenn immer flexibler und scheinbar unabhängiger gearbeitet wird, Stichwort New Work, hat die Art der Mitarbeiterführung weiterhin eine große Auswirkung. Gute Mitarbeiterführung schafft es, einen Dialog zwischen Führung und Mitarbeiter entstehen zu lassen, mit dem Ziel, den Mitarbeiter ideal zu fördern. Das Motiv dahinter ist natürlich nicht rein altruistisch, denn Mitarbeiter, die sich gehört fühlen, Ziele haben, motiviert sind und wachsen können, bringen auch das Team und Unternehmen voran.

Mitarbeiterführung ist Teamarbeit

Die 3 Arten der Mitarbeiterführung

Wahrscheinlich bist auch Du ihnen schon einmal begegnet: dem Chef, der sich komplett zurückzieht oder dem Chef, der alles kontrolliert. Denn Chef ist nicht gleich Chef. Grob lassen sich drei unterschiedliche Führungsstile benennen.

1. Autoritärer Führungsstil

Der autoritäre Führungsstil ist auch als hierarchischer Führungsstil bekannt. Vorgesetzte treffen Entscheidungen ohne ihre Mitarbeiter miteinzubeziehen. Die Mitarbeiter müssen ausführen und haben keinen Entscheidungsspielraum.

Vorteile des Führungsstils liegen darin, dass Abläufe klar geregelt sind und Entscheidungen schnell getroffen werden können. Zu den Nachteilen zählen, dass sich ein Klima der Angst entwickeln kann. Mitarbeiter führen nur noch aus und verlernen, eigenverantwortlich zu handeln.

2. Kooperativer Führungsstil

Meetings sind ein fester Bestandteil des kooperativen Führungsstils. Er zeichnet sich dadurch aus, dass Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. Ziel ist es, dass Mitarbeiter dazu ermutigt werden, selbstständig zu arbeiten und offen Konflikte anzusprechen. Im Idealfall werden Mitarbeiter motiviert und ein Unternehmen oder Team wird gemeinschaftlich gestärkt. Ein Nachteil ist jedoch, dass die kooperative Entscheidungsfindung ein Zeitfresser sein kann.

3. Laissez-faire

Macht doch, was ihr wollt – das ist der Grundsatz des Laissez-faire-Führungsstils. Der Vorgesetzte überlässt das Führen seinen Mitarbeitern. Diese können sich Aufgaben selbst aussuchen und Entscheidungen eigenmächtig treffen. Die Gefahr des Laissez-faire-Führungsstils besteht jedoch darin, dass Chaos entsteht, Mitarbeiter keinen Ansprechpartner haben, Konflikte nicht gelöst werden und die Entwicklung stagniert.

Die Mischung macht‘s

Autoritär oder doch lieber Laissez-faire? Besser kooperativ! Für die Mitarbeiterzufriedenheit und Entwicklung bietet der kooperative Führungsstil die besten Voraussetzungen. Dennoch gilt: es hängt auch stark von Deinem Arbeitsumfeld ab. Denn müssen schnell Entscheidungen getroffen werden, bei denen Inaktivität negative Folgen haben könnte, kann ein (kurzfristiger) Wechsel in den autoritären Führungsstil Sinn machen. Von Laissez-faire solltest Du dagegen die Finger lassen, denn keine Führung ist auch keine Lösung.

Führungskraft delegiert Aufgaben

Management oder Mitarbeiterführung – Der Unterschied

Managest Du noch oder führst Du schon? Nicht selten wird Mitarbeiterführung mit Management verwechselt. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliche Aufgabengebiete.

Management

Projekte festlegen, Aufgaben verteilen, Ressourcen handhaben und planen – all das sind Management-Aufgaben. Dein Team oder Unternehmen benötigt gutes Management, damit Abläufe geregelt sind. Für Dich als Führungskraft bedeutet das, dass Du Dich darum kümmern musst, dass ein funktionierendes Management existiert, es zählt jedoch nicht zu Deinen eigentlichen Aufgaben der Mitarbeiterführung. Im Idealfall kannst Du diese Aufgaben anleiten und delegieren.

Mitarbeiterführung

Ziele erreichen und Mitarbeiter fördern – das macht Führung aus. Im Gegensatz zum Management sind diese Aufgaben nicht so leicht greifbar. Zur Mitarbeiterführung zählt nicht nur das Setzen von Zielen, sondern auch die Team- und Mitarbeiterentwicklung.

Als Führungskraft

  • gibst Du Orientierung.
  • erkennst Du Potentiale.
  • löst Du Konflikte.
  • entwickelst Du Prozesse und Strategien.

Führungskraft hält Präsentation im Büro

7 Fehler und wie Du sie vermeidest

Wenn Du Mitarbeiter richtig führst, muss immer alles perfekt laufen! Gehst Du mit diesem Anspruch an den Job, dann wirst Du schnell unglücklich. Denn Mitarbeiterführung ist auch immer learning by doing und Du wirst zwangsläufig den einen oder anderen Fehler machen. Die folgenden sieben Fehler solltest Du jedoch auf jeden Fall vermeiden. Wir zeigen Dir, wie es funktioniert.

1. Deine Mitarbeiter haben keine Ziele.

Warum soll ich an etwas arbeiten, wenn es doch nirgendwo hinführt? Mitarbeiter müssen Ziele haben, auf die es sich lohnt hinzuarbeiten. Dabei kannst Du als gute Führungskraft nicht voraussetzen, dass sie sich diese Ziele komplett selbst stecken. Lege in Zusammenarbeit mit Deinen Mitarbeitern regelmäßig neue individuelle Ziele fest, die quantitativ und qualitativ ansetzen. Was Deine Mitarbeiter dafür von Dir brauchen, ist auch eine gewisse Unternehmenstransparenz: Was sind die Ziele des Unternehmens und was kann ich als Mitarbeiter dazu beitragen?

2. Deine Mitarbeiter erhalten kein konstruktives Feedback.

Einfach ins Blaue hineinarbeiten und nicht wissen, ob man etwas gut macht und in welchen Bereichen man wachsen kann. Das demotiviert langfristig jeden Mitarbeiter. Gib Deinen Mitarbeitern regelmäßig konstruktives Feedback, zum einen durch Mitarbeitergespräche, zum anderen auch im Arbeitsalltag. Treten Probleme auf oder gibt es Erfolge, solltest Du gleich mit Feedback reagieren.

3. Deine Mitarbeiter werden kontrolliert.

Zu viel Laissez-faire ist ebenso ungut wie zu viel Kontrolle. Haben Deine Mitarbeiter das Gefühl, dass der Chef jeden Arbeitsschritt kleinlich überprüft, fehlt ihnen die Freiheit innovativ zu denken. Statt jedes Projekt im Detail zu kontrollieren, lerne Verantwortungen zu delegieren. Nimm dabei auch in Kauf, dass Aufgaben nicht immer so bearbeitet werden, wie Du es machen würdest und Fehler passieren können.

4. Deine Mitarbeiter erhalten keine Förderung.

Das beste Mittel gegen demotivierte Mitarbeiter: Förderung. Du solltest Deinen Mitarbeitern ermöglichen, Schulungen zu besuchen und Weiterbildungsmaßnahmen wahrzunehmen. Hier ist jedoch nicht Schluss, denn erfolgreiche Förderung bedeutet auch, dass Du die Stärken und Schwächen Deiner Mitarbeiter kennst und ihr zusammen festlegt, wie fachliche Kenntnisse ausgebaut werden können.

Führungskraft beim Mitarbeitergespräch

5. Du verhinderst, dass offen kommuniziert werden kann.

Angst vor dem Chef – das vergiftet jedes Unternehmensklima. Deine Mitarbeiter sollten immer das Gefühl haben, dass sie Probleme offen ansprechen können. Das gilt zum einen Dir gegenüber, aber auch untereinander.

Für ein gutes Konfliktmanagement solltest Du

  • genau zuhören.
  • nicht Partei ergreifen.
  • Konflikte sachlich und neutral lösen.

6. Deine Mitarbeiter erhalten keine Anerkennung.

Wenn es gut läuft, wird nichts gesagt, dafür aber, wenn Probleme auftreten? So vergraulst Du garantiert motivierte Mitarbeiter. Erkenne gute Leistung an und würdige sie. Dabei müssen es nicht immer die großen Projekte sein, auch kleine Teilaufgaben, die erfolgreich abgeschlossen wurden, können gelobt werden. Integriere positives Feedback in den Arbeitsalltag und gebe es nicht erst im viertel- oder halbjährlichen Mitarbeitergespräch.

7. Du übernimmst keine Verantwortung.

Der Chef macht keine Fehler! Mit dieser Einstellung bist Du Deinen Mitarbeitern kein gutes Vorbild. Eine Führungsperson, die sich nur Erfolge zuschreibt und Fehler auf Mitarbeiter abwälzt, wirkt wenig kompetent und sorgt für Frust bei der Belegschaft. Auch in der Führung passieren Fehler. Sei ehrlich und versuche Dich nicht herauszuwinden. Wichtig ist, dass Du Fehler zugibst und nach konstruktiven Lösungen suchst.

Der beste Chef der Welt

Hast Du einige Fehler in Deinem Führungsstil erkannt? Dann musst Du nicht verzweifeln, denn Du kannst lernen Deine Mitarbeiter richtig zu führen. Wichtig ist nur, dass Du offen für Neues bleibst, bereit bist Deinen Führungsstil zu hinterfragen und auf Deine Mitarbeiter eingehst.

Schau Dich dazu auch in unserem Magazin um und lerne, wie betriebliches Gesundheitsmanagement Deine Mitarbeiter stärken kann und welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten es für sie im Online Marketing gibt.

Du bist auf der Suche nach neuen Herausforderungen in der Mitarbeiterführung? Dann wirf auch einen Blick auf unsere Jobbörse. Dir gefällt Dein aktueller Job, aber Dein Team könnte noch Unterstützung gebrauchen? Wir helfen Dir mit der Vermittlung von neuen Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit oder Freelancern.

Bilder: Bild 1: gettyimages.de/jacoblund, Bild 2: gettyimages.de/Deagreez, Bild 3: gettyimages.de/Thomas_EyeDesign, Bild 4: gettyimages.de/vladans, Bild 5: gettyimages.de/pixelfit

22.11.2018

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