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5 neue Marketingformen: Diese Jobs haben Zukunft

05.06.2018
Kollegen im Meeting

Ethno-Marketing oder Innovationsmarketing? Das sind die neuen Marketingformen. Wir zeigen Dir, welche Marketingarten es gibt und welche Jobchancen sie bieten.

Was gibt es für Marketingformen?

Marketing ist ein großer Arbeitsbereich mit einer Vielzahl an Formen und Jobchancen, was es nicht immer einfach macht, einzelne Marketing-Bereiche abzugrenzen. Zum besseren Verständnis ist es jedoch sinnvoll, wenn wir die Marketingformen und damit auch Beschäftigungsbereiche weiter unterteilen in Was, Wo und Wie. Eine Auswahl:

Was wird vermarktet? Dienstleistungsmarketing, Gesundheitsmarketing, Stadtmarketing

Wo wird Marketing betrieben? Internes Marketing, Handelsmarketing, Konsumgütermarketing

Wie wird Marketing betrieben? Online Marketing, Direktmarketing, Eventmarketing, Visual Marketing

Für Deine Jobwahl oder Weiterbildung bedeutet das: Du kannst vom Was, Wo oder Wie ausgehen und Deine für Dich passende Marketingform und damit den passenden Job finden.

Im Fokus: Online Marketing
Wir vom AVANTGARDE-Experts-Magazin sind besonders auf das „Wie“ in Form von Online Marketing spezialisiert. Da macht es Sinn, die einzelnen Formen dieses Marketingbereichs aufzulisten und näher zu betrachten, denn auch das „Online Marketing“ ist nur ein Sammelbegriff. Es gibt eine Vielzahl an Beschäftigungsfeldern, in denen Du tätig sein kannst, unter anderem:
Content Marketing: Produktion und Distribution von Medien-Inhalten, mit dem Ziel zu informieren und zu unterhalten und damit neue Kunden zu gewinnen.
E-Mail-Marketing: Marketing-Inhalte per E-Mail verteilen, in Form von Newslettern und Ähnlichem.
Social Media Marketing: Erstellung und Verteilung von Inhalten über die sozialen Medien. Spannende neue Berufe bietet das Influencer Marketing. Ebenfalls interessant ist der Beruf des Chief Listening Officers.
SEM: Das Suchmaschinenmarketing umfasst Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA).
E-Commerce: Alles rund um den Online-Shop, von Usability bis zum Job als Web Merchandising Specialist.
Affiliate Marketing: Werbe-Partnerprogramme, bei denen die Partner passende Werbeplatzierungen setzen.

5 Marketingformen mit Zukunft

Du willst Deine Karriere im Marketing neu ausrichten und Dich weiterbilden? Dann darfst Du die folgenden 5 Marketingformen nicht ignorieren, egal ob online oder offline. Wir zeigen Dir, welche Jobchancen es gibt.

1. Ethno-Marketing

Der Begriff Ethno lässt sich mit Volk oder Völker übersetzen. Beim Ethno-Marketing geht es darum, wie Marketing betrieben wird, mit einem klaren Fokus auf einer bestimmten Zielgruppe.

Londoner Piccadilly Circus bei Nacht

Was ist Ethno-Marketing?

Ethno-Marketing ist auf bestimmte ethnische Zielgruppen ausgerichtet. Dabei liegt der Fokus auf Bevölkerungsgruppen, die zu ethnischen Minderheiten gezählt werden oder sich kulturell und sprachlich von der Bevölkerungsmehrheit eines Landes unterscheiden. Auf Deutschland bezogen wären klassische Zielgruppen zum Beispiel türkischstämmig oder mit einem russischen Migrationshintergrund. Ethno-Marketing wurde erstmals in den 1970er Jahren in den USA betrieben, um zum Beispiel Produkte für Lateinamerikaner zu bewerben.

Beispiele

Besonders günstig in die Türkei telefonieren – das soll der Tarif „Ay Yildiz“ von E-Plus bieten. Als Zielgruppe für den Tarif gelten junge Deutschtürken, die durch einen Werbespot mit dem Rapper Eko Fresh angesprochen werden sollen. "Sen de bizdensin – Du bist einer von uns" wird halb auf Deutsch und halb auf Türkisch gerappt. E-Plus reiht sich damit in eine stetig wachsende Auswahl an Ethno-Marketing-Kampagnen ein, wie schon 2005 VW mit "Volkswagen spricht Türkisch" oder aktuell „Abwab“, eine arabischsprachige Zeitung für Flüchtlinge, die unter anderem von MoneyGram gesponsert wird.

 

 

Jobmöglichkeiten

Auch, wenn es Kritiker am Ethno-Marketing gibt, die befürchten, dass die Marketingspezialisierung auf ethnische Minderheiten zur stärkeren Gettoisierung führen wird, ist es wahrscheinlich, dass der Bedarf an Ethno-Marketing weiter steigt. Unternehmen sehen eine wachsende Zuwanderung und kulturelle Unterschiede auch immer als Chance, sich neue Zielgruppen zu erschließen. Willst Du im Ethno-Marketing Fuß fassen, solltest Du folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Kontakte und Verbindungen zur ethnischen/kulturellen Zielgruppe
  • Studium/Ausbildung mit Spezialisierung (Kulturwissenschaften, Ethnologie)
  • Sprachkenntnisse

Besonders wichtig ist es, dass Du die Sprache Deiner Zielgruppe beherrscht und Dir über die kulturellen Feinheiten bewusst bist.

Als Ethno-Marketer findest Du entweder in Ethno-Marketing-Agenturen oder Inhouse in Unternehmen gute Jobmöglichkeiten.

Weiterführende Informationen zum Ethno-Marketing:

2. Gender(shift)-Marketing

Der Begriff Gender stammt aus den Sozialwissenschaften und wird für die Benennung des sozialen Geschlechts verwendet. Bei Gender stehen die Eigenschaften im Vordergrund, die einem Geschlecht – meist binär in männlich oder weiblich unterschieden – zugeschrieben werden.

Gender-Symbole mit Kreide

Was ist Gender-Marketing?

Soll es Blau oder lieber Rosa sein? Beim Gender-Marketing werden Produkte oder Dienstleistungen für die Geschlechter unterschiedlich vermarktet. Es kann sich dabei um ein und dasselbe Produkt handeln oder Produkte werden speziell für eine männliche oder weibliche Zielgruppe entwickelt und vermarktet.

Modernes Gender-Marketing bezieht sich dabei nicht mehr nur noch auf klassische Geschlechterklischees, sondern berücksichtigt auch neue Lebensentwürfe. Dadurch entsteht ebenfalls ein neuer Trend: das Gendershift-Marketing, bei dem Geschlechterbilder ineinander über gehen und sich neue Lebenswelten erschließen.

Dennoch bleibt auch das klassische Gender-Marketing weiterhin erfolgreich und beschert Unternehmen von Spielwaren bis hin zu Chips breitere Absatzmärkte.

Beispiel

Ein wahrer Gender-Marketing-Klassiker findet sich im Supermarkt: Coca Cola – Light und Zero. Um auch kalorienbewusste Männer anzusprechen hat Coca-Cola vor einigen Jahren das Produkt Zero auf den Markt gebracht. Beide Produkte weisen keinen Zucker auf, sollen jedoch leicht unterschiedlich schmecken. Was aber wichtiger ist: Coca-Cola light haftete jeher eine sehr weibliche Note an. Hier soll Zero ansetzen und vor allem männliche Konsumenten ansprechen.

 

 

Jobmöglichkeiten

Neben speziellen Agenturen bieten auch Unternehmen in ihren Marketing-Teams Jobs für Marketer, die sich auf Gender-Marketing spezialisiert haben. Für Deinen Einstieg ins Gender-Marketing bietet es sich an, wenn Du:

  • ein Studium/eine Ausbildung mit Gender-Schwerpunkt/Sozialwissenschaften absolviert hast
  • und Weiterbildungen, wie Seminare, besucht hast.

Um auch zukünftig fit im Gender-Marketing zu sein, solltest Du jedoch bereit sein, über den Geschlechterklischee-Tellerrand hinauszuschauen und Dich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Kenntnisse über das moderne Verständnis von Gender sind von Vorteil.

Weiterführende Informationen zum Gender-Marketing:

3. Neuromarketing

Was geht im Gehirn des Konsumenten beim Kaufprozess vor? Dieser Frage geht das Neuromarketing nach.

Was ist Neuromarketing?

Neuromarketing nutzt Erkenntnisse der Hirnforschung und Psychologie für die Ausarbeitung von Marketingstrategien. Neuromarketer suchen nach dem „Kauf-Button“, der Menschen dazu bewegt, zu konsumieren, wie es auch Patrick Renvoise in seinem TED Talk erklärt:

Beispiel

Ein klassisches Beispiel für Neuromarketing in der Praxis ist der Pepsi-Test von 2003, bei dem Menschen Pepsi und Coca-Cola probieren durften, jedoch im ersten Versuch blind, also ohne Angabe der Marke, und im zweiten Versuch mit Angabe der Marke. Bei den Versuchen wurden die Gehirnströme der Teilnehmer gemessen. Ergebnis des Tests: Das Wissen über die Marke, die getrunken wurde, hatte einen großen Einfluss auf die Bewertung des Geschmacks.

 

 

Jobmöglichkeiten

Neuromarketer sind heutzutage noch vielfach wissenschaftlich tätig, doch sie werden auch in der freien Wirtschaft gefragter und können das Marketing-Team von Unternehmen bereichern.

Für den Einstieg in das Neuromarketing solltest Du idealerweise ein Studium in den Bereichen Neuromarketing oder Werbepsychologie absolviert haben. Es gibt jedoch auch Weiterbildungsangebote, wie zum Beispiel von der Haufe Akademie.

Weiterführende Informationen zum Neuromarketing:

4. WLAN-Marketing

WLAN-Hotspots einrichten und damit Marketing betreiben – das ist das Konzept von WLAN-Marketing.

Was ist WLAN-Marketing?

Ob an Flughäfen, Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen – die Menschen freuen sich über freies WLAN und nutzen es auch. Hier setzt WLAN-Marketing an, bei dem angebotene WLAN-Hotspots von Unternehmen zu Marketing-Zwecken genutzt werden. Mit Aufruf des Hotspots wird dem Nutzer eine individuelle Startseite angezeigt, wo Werbeaktionen, Rabattcodes und Ähnliches platziert werden können oder er oder sie zur Interaktion auf den sozialen Medien aufgefordert wird.

 

 

Jobmöglichkeiten

WLAN-Marketing ist ein vielfältiges Arbeitsfeld, denn es vereint klassische Marketing-Strategien mit technischer Umsetzung. Als WLAN-Marketer kannst Du bei Anbietern von WLAN-Hotspot-Lösungen arbeiten oder mit Deinem Wissen eine neue Abteilung in einem Unternehmen etablieren.

Bei den Vorkenntnissen kommt es ganz darauf an, ob Du eher technisch arbeiten möchtest, dann ist ein Studium oder eine Ausbildung als Netzwerkadministrator von Vorteil. Wenn Du Dich verstärkt um die Gestaltung der Marketing-Strategie kümmern möchtest, solltest Du Vorkenntnisse aus dem Online Marketing mitbringen und bereit sein, Dein technischen Wissen zu vertiefen.

Weiterführende Informationen zum WLAN-Marketing:

5. Innovationsmarketing

Die Vermarktung von Innovationen, besonders von Hochtechnologie-Unternehmen, ist Aufgabe des Innovationsmarketings.

Zettel mit Innovation neben Glühbirne

Was ist Innovationsmarketing?

Unternehmen können langfristig nur wachsen, wenn sie es schaffen, innovativ zu arbeiten und Innovationen zu entwickeln. Das gilt nicht nur für Unternehmen, die hochtechnologische Produkte vertreiben. Dennoch liegt der aktuelle Fokus von Innovationsmarketing oft auf technologischen Neuerungen und deren Vermarkung, wie selbstfahrende Autos. Dabei erforschen Innovations-Marketer auch Kundenanforderungen sowie Marktpotential und sind im Produktentwicklungsprozess eingebunden.

Jobmöglichkeiten

Innovationsmarketer arbeiten meist im Unternehmen und sind auch in der Marktforschung tätig. Für den Einstieg hilft eine Ausbildung oder ein Studium mit Schwerpunkt Innovationsmarketing oder Marktforschung. Auch solltest Du Dich mit neuen Technologien und Trends auskennen.

Weiterführende Informationen zum Innovationsmarketing:

 

Bring Dein Marketing in Form

Ob online, offline, Ethno oder Gender – Marketing bietet eine Vielzahl an Jobchancen mit Zukunft. Was die aktuellen Trends sind, verrät Dir auch unser Artikel zu „Dein Job im Marketing: Trends und Chancen auf dem Arbeitsmarkt 2018“. Noch auf der Suche nach Deinem Traumjob im Marketing? Dann schau auch in unserer Jobbörse vorbei.

Bilder: Bild 1: gettyimages.de/izusek, Bild 2: gettyimages.de/ OfirPeretz, Bild 3: gettyimages.de/ joxxxxjo, Bild 4: gettyimages.de/ Nevena1987

05.06.2018

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