Businessmann macht Sabbatical

Was Du bei einem Sabbatical beachten solltest

Gute Argumente für ein Sabbatical gibt es immer. Doch bei allem Enthusiasmus, müssen im Vorfeld eine Reihe von Dingen geregelt und bedacht werden. Wir wollen zeigen, was bei der Planung beachtet werden muss und weisen auf Stolpersteine und Risiken hin. Damit das Sabbatical ein voller Erfolg ist, haben wir zudem eine Checkliste mit den wichtigsten To Do´s zusammengestellt.
23
May

1. BEWEGGRÜNDE HINTERFRAGEN

Der Wunsch nach einer Auszeit vom Job kann als erstes Zeichen für grundsätzliche Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation gesehen werden. Ein wichtiger Punkt, den viele Arbeitnehmer verdrängen. Das Sabbatical sollte aber nicht als Flucht vor Problemen genutzt werden. Gehe in dich und frag dich, woher der Wunsch nach einer Job-Auszeit kommt. Überlege dir, ob der Sabbatical-Wunsch eventuell der erste Schritt zu einem Jobwechsel sein könnte. Vielleicht solltest Du dir erst klarmachen, wo Du beruflich hinwillst. Der große Vorteil: Das dauert keine sechs Monate. Wer weiterhin in seinem Job bleiben möchte, sollte sich vor Augen halten, dass Sabbaticals bei Vorgesetzten nicht immer gut ankommen. Darüber hinaus verpasst Du eventuell wichtige Projekte und damit Chancen auf Beförderungen. So kann die Auszeit vom Job zur Karrierebremse werden.

2. KLEINE AUSZEITEN ANSTATT SABBATICAL

Bevor Du ein Großprojekt wie ein Sabbatical in Angriff nehmen, versuche es zunächst im Kleinen. Nimm dir eine Woche frei, fahr zum Beispiel in die Berge, um Abstand zu gewinnen und überlege dir, worin der eigentliche Grund Deines Sabbatical-Wunschs besteht. Ist wirklich ein Sabbatjahr notwendig oder ist es mehr Zeit für sich selbst? Probiere, dir das selbst zu beantworten, indem Du in Deinen Alltag kleine Auszeiten einbaust. Das kann ein kurzer Spaziergang zwischen zwei Meetings und nach dem Mittagessen sein. Oder mach nach dem Büro einen bewussten Umweg durch den Park und nimm dir Bedenkzeit. Plötzlich entsteht ein Raum, den Du vermisst hast. Dort ist eventuell Platz für all das, was Du dir von der Auszeit erhofft hast.

3. FALSCHE ERWARTUNGEN

Gelungene Kommunikation beginnt mit der klaren Formulierung von der eigenen Erwartungshaltung auch im Hinblick auf die Rückkehr. Natürlich kommst Du in der Auszeit auf andere Gedanken und spürst eine gewisse Erleichterung. Du solltest dir aber im Vorfeld überlegen, wie Du dir Dein Leben nach dem Sabbatical idealerweise vorstellst. Bedenke auch Umstände, die nach der Auszeit nicht anders sein werden. Kannst Du diese vor Ort klären. Gleichzeitig solltest Du Dein Sabbatical so planen, dass Du davon einen echten Mehrwert und eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation hast. Falls Du etwas Sinnvolles tun willst, nutze die Zeit für ehrenamtliche Arbeit. Möchtest Du etwas an Dir ändern, geh zum Beispiel in ein Kloster oder tauche in fremde Kulturen ein und komm mit Menschen, die ganz anders leben als Du selbst, ins Gespräch. Du wirst sehen, wie Du und Deine Denkweisen sich verändern.

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4. SCHWIERIGER WIEDEREINSTIEG

Ein nicht zu unterschätzender Nachteil des Sabbatjahres ist der schwierige Wiedereinstieg in sein altes Leben. Du warst lange weg von Terminen, festen Arbeitszeiten und geregelten Alltagsstrukturen. Wenn die Eingewöhnung schwerfällt, kann dies zu einer erneuten Sinnkrise führen. Mach dir diesen Punkt bei Deiner Planung bewusst. Überlege im Vorfeld, wie sich der Wiedereinstieg am besten gestalten lässt.

Reise beispielsweise nur fünf Monate und nutze den letzten Monat, um zu Hause anzukommen, sich wieder im Alltag zurecht zu finden und sich mit Kollegen zu treffen. Wer nach der mehrmonatigen Asienreise sofort zurück im Jobstress ist, dem wird die Umstellung sehr schwer fallen.

 

5. BÜROKRATISCHE STOLPERSTEINE

Zudem gibt es eine Reihe an praktischen Argumenten, welche von vielen Aussteigern auf Zeit unterschätzt werden. Zunächst gilt es zu klären, was Du in dieser Zeit mit Deiner Wohnung machen willst. Eine Untervermietung ist aus Geldgründen sinnvoll. Allerdings ist das nicht jedem Vermieter recht und ein Vermerk im Mietvertrag kann diesen Plan begraben. Auch im Falle einer Genehmigung musst Du dich um einen zuverlässigen Zwischenmieter kümmern und eventuell die Auslagerung Deiner Möbel veranlassen. Der nächste Punkt ist die Krankenversicherung. Nicht alle Versicherungen sind für mehr als 6 Wochen auch im Ausland gültig. Du musst eventuell eine private Zusatzversicherung abschließen. Ein Umstand, den viele Arbeitnehmer unterschätzen, ist die bürokratische Umsetzung des Sabbaticals. Ist Deine Auszeit mit einem unbezahlten Urlaub verbunden, musst Du dafür sorgen, dass trotzdem die Beiträge für die Sozial-, Pflege- und Rentenversicherung weiterlaufen. Ansonsten droht Dir eine Lücke in der Versorgung. Bürokratische Hürden und private Versicherungen gehen nicht nur ins Geld, sondern auch auf die Nerven. Je nach Form des Sabbaticals gilt es zudem zu klären, was Du für Deine Reise benötigst. Gibt es Visavorschriften oder sind zusätzliche Impfungen notwendig? Unumgänglich ist deshalb eine langfristige Planung im Vorfeld. Informiere dich bei Arbeitgeber, Versicherungen und beim Auswärtigen Amt, um im Ausland oder im Nachhinein keine bösen Überraschungen zu erleben.

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CHECKLISTE

  1. Beweggründe klären, was erwarte ich vom Sabbatical, welchen Zweck soll die Auszeit erfüllen?
  2. Eventuelle Nachteile für die Karriere bedenken. Stehen bald Beförderungen an? Verpasse ich in dieser Zeit wichtige Meetings oder Veranstaltungen?
  3. Wohnungsnutzung klären, Pro oder Contra Untervermietung?
  4. Ist Versicherungsschutz mit der Personalabteilung geklärt (Sozial- und Rentenversicherung)?
  5. Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung?
  6. Wurde Wichtiges für die Reiseplanung bedacht (Visa, Impfungen etc.)?

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