Richtige Entscheidungen treffen: Infos und Entscheidungshilfen

Die richtigen Entscheidungen treffen: die wichtigsten Strategien und Instrumente

22.08.2017
Zwei Menschen schütteln sich die Hände

Die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer leicht und kann daher enorm unter Druck setzen. Hier verraten wir Dir nicht nur, welche psychischen Faktoren Dich bei der Entscheidungsfindung beeinflussen, sondern geben Dir auch eine praktische Checkliste an die Hand, mit der Du Entscheidungen künftig schneller und leichter fällen kannst.

Egal, ob die Frage nach der richtigen Versicherung, dem geeigneten Job oder der optimalen Planung der Urlaubstage: Beruflich wie auch in der Freizeit sind wir stetig dazu gezwungen Entscheidungen zu treffen. Je nachdem, wie schwer die Folgen eine Entscheidung wiegen, fällt uns diese leichter oder schwerer.

Die Furcht vor schlimmen Konsequenzen, das Bestehen zu vieler Alternativen, mangelndes Selbstvertrauen, Zeitdruck und die Rücksichtnahme auf Kollegen sind Faktoren, die uns bei der Entscheidungsfindung lähmen können. Doch warum ist das so? Warum fällt es uns vor allem in stressigen und emotionalen Situationen so schwer, eine klare Antwort zu formulieren?

Die Psychologie der Entscheidungen: Diese Faktoren beeinflussen dich unbewusst

Für die Unfähigkeit schnelle Entscheidungen zu treffen ist vor allem das Stresshormon Cortisol verantwortlich. Dieses sorgt dafür, dass dem Körper in Extremsituationen Energieressourcen zu Verfügung gestellt werden, beschränkt jedoch im Gegenzug die Fähigkeit, Lösungsstrategien zu erarbeiten.

Neben dem Stresshormon Cortisol beeinflussen jedoch auch unsere Persönlichkeit und unser Bauchgefühl die Entscheidungsfindung. Entscheidungen, die wir aus dem Bauch heraus fällen, sind meist spontan und intuitiv. Das bedeutet jedoch nicht, dass deswegen das Risiko einer Fehlentscheidung steigt.

Im Gegenteil: In Situationen, in denen wir spontan, aus dem Bauch heraus entscheiden, greifen wir häufig unbewusst auf unseren Erfahrungsschatz zurück und bedienen uns eines jahrelangen, erfolgversprechenden Routineverhaltens.

Ob aus dem Bauch heraus oder nach dem Abwägen rationaler Fakten: welche Strategie bei der Entscheidungsfindung die bessere ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Hier kommt es ganz auf die Situation an und ob diese eine Entscheidung aufgrund von Zahlen, Fakten und gründlich recherchierten Informationen erfordert oder nicht.

Frau sitzt über Arbeit und denkt nach

Die richtigen Entscheidungen im Berufsleben: Checkliste für den Erfolg

Im Berufsleben sind Entscheidungen aus dem Bauch heraus oft nicht anwendbar und müssen daher mit dem Verstand getroffen werden. Mithilfe der folgenden Checkliste gelangst Du in wenigen Schritten zu einer rationalen Entscheidung.

1. Situationsanalyse

Sammle zunächst alle wichtigen Rahmeninformationen, die in Deinem persönlichen Fall eine Rolle spielen. Hier hilft es, folgende W-Fragen zu beantworten. Sei dabei gründlich, objektiv und versuche die Situation aus mehreren Blickwinkeln zu beleuchten.

  • Wer ist beteiligt?
  • Was genau gilt es zu entscheiden?
  • Wie habe ich darauf Einfluss?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidungsfindung?
  • Wann ist die Entscheidung zu treffen?
  • Welche konkreten Folgen wird meine Entscheidung haben und wie werde ich mich damit fühlen (in fünf Stunden, in fünf Monaten, in fünf Jahren)?

2. Zielsetzung

„Der Weg ist das Ziel“ mag zwar als Motto deiner nächsten Urlaubsreise zutreffen, nicht jedoch für Entscheidungen im Berufsalltag. Klare Ziele sind hier der Schlüssel zum Erfolg und müssen unbedingt genau definiert werden. Nur wer ein Ziel vor Augen hat, kann Instrumente und Maßnahmen bei der Entscheidungsfindung ergebnisorientiert ausrichten und anwenden.

Damit Du Deine Ziele jedoch überhaupt erreichen kannst, sollten diese gründlich überdacht und sinnvoll formuliert werden. Die folgenden Tipps können Dir dabei behilflich sein:

  • Formuliere Deine Ziele positiv. Achte dabei auch darauf Modalverben wie „müsste“, „könnte“, „sollte“ oder „will“ zu vermeiden und stattdessen klare Ansagen zu artikulieren: „Ich komme immer pünktlich zur Arbeit“, statt „Ich möchte nicht mehr so oft zu spät zur Arbeit kommen“.
  • Stelle die Erreichbarkeit der Ziele sicher. Formuliere Deine Ziele so, dass Du selbst an deren Umsetzung arbeiten kannst und die Erreichbarkeit nicht von Dritten abhängig ist. Beispiel: „Ich liefere meine Arbeiten immer bereits einige Tage vor Fälligkeitsdatum beim Chef ab“ statt „Ich möchte, dass der Chef zufrieden mit meiner Arbeit ist“.
  • Sinnvolle Ziele sind messbar. Versuche Deinen Erfolg mit entsprechenden Kennzahlen zu spezifizieren. Zufriedenheit kann beispielsweise durch die Anzahl der Komplimente und lobenden Äußerungen quantifiziert werden.
  • Konkrete Zeitangaben sind in vielen Fällen sinnvoll und notwendig, sodass zielstrebig auf eine Deadline hingearbeitet werden und der Erfolg bis zu diesem Zeitpunkt gemessen werden kann.

3. Instrumente und Maßnahmen

Nachdem Du deine Situation nun analysiert und sinnvolle Ziele gesetzt hast, kommt nun der Teil vor dem sich viele scheuen: das Treffen der Entscheidung! Mithilfe der folgenden drei Methoden gehört diese Furcht jedoch bald der Vergangenheit an. Ganz egal ob Pro- und Contra-Liste oder Entscheidungs-Mindmap, hier ist für jeden etwas dabei – ganz egal welcher Entscheidungstyp Du bist!

Füße über Bodenpfeile

Auch wenn sich die Methoden in ihrer optischen Darstellung und der konkreten Vorgehensweise unterscheiden, so haben sie doch eines gemeinsam: Entscheidungsmöglichkeiten werden offengelegt und mithilfe eines Ausschluss- oder Bewertungsverfahrens sortiert. Die Argumente für oder gegen eine bestimmte Entscheidung werden somit klar formuliert, übersichtlich dargestellt und können jederzeit abgerufen und nachvollzogen werden.

Nun gilt es die Informationen aus Deiner Situationsanalyse auf eines der folgenden Entscheidungsinstrumente zu übertragen.

  • Pro- und Contra-Liste:

Die Pro- und Contra-Liste zeigt schnell und deutlich, wie viele Argumente für oder gegen etwas sprechen. Hier spielt nicht nur die quantitative Anzahl der Argumente eine Rolle, sondern auch deren qualitative Bewertung. Versehe daher jedes Argument auf Deiner Liste mit einem Wert von 0 (hat kaum Einfluss) bis 10 (hat großen Einfluss) und vergleiche die Summen der Pro- und Contra-Seite, die sich aus der zahlenmäßigen Bewertung ergibt.

Pro- und Contra-Liste

  • Entscheidungsbaum:

Die Entscheidungsfindung mithilfe des Entscheidungsbaumes funktioniert ähnlich wie das K.O.-System eines Sportturnieres: Es werden hier jeweils zwei Alternativen einander gegenübergestellt. Die bessere der beiden Optionen gewinnt und kommt eine Runde weiter.  Das Ganze wird so lange wiederholt, bis sich die beste Wahl durchgesetzt hat.

Achtung! Der Entscheidungsbaum funktioniert zwar, wenn eine Vielzahl an Optionen zur Wahl stehen, nicht jedoch, wenn es sich bei diesen um „Ja“- oder „Nein“-Entscheidungen handelt.

Entscheidungsbaum Berufswahl

  • Entscheidungs-Mindmap:

Die Entscheidungs-Mindmap verschafft Dir einen guten Überblick über mögliche positive und negative Konsequenzen verschiedener Entscheidungen. Notiere alle Entscheidungsmöglichkeiten als Äste um die Entscheidungsfrage. Aus diesen verschiedenen Möglichkeiten wachsen wiederum Äste mit positiven und negativen Folgen.

Entscheidungsmindmap im Beruf

4. Ergebnisbewertung

Lass Dir zwischen der Ausarbeitung Deiner Listen und der abschließenden Ergebnisbewertung etwas Zeit und versuche den Entschluss reifen zu lassen. Noch ist nichts in Stein gemeißelt. Einige Tage Ruhe verschaffen einen klaren Kopf und ermöglichen eine objektivere Kontrolle der Lösung. Anschließend kannst Du Dir erneut die Frage stellen, wie Du Dich mit der Entscheidung fühlen wirst (in einigen Stunden, Tagen oder Wochen).

Wie Ralf Ansorge in seinem Artikel „Keine Angst vor Fehlers“ treffend formuliert, gilt es dabei die Angst vor Fehlentschlüssen abzubauen. Treffe also die Entscheidung, mit der Du längerfristig leben kannst und übernehme die Konsequenzen beziehungsweise die Verantwortung für Deinen Entschluss. Rufe Dir dabei folgendes ins Bewusstsein:

Gar keine Entscheidung zu treffen wird Dich mehr und länger belasten als eine Falsche zu treffen.

Avantgarde Experts: Dein kompetenter Partner bei der Wahl des richtigen Jobs

Wir hoffen, dass Dich unsere Checkliste bei der Entscheidungsfindung im Job künftig unterstützen wird. Doch nicht nur für Entscheidungen im Job, sondern auch für die Wahl des richtigen Jobs haben wir eine Lösung: Auf unserer Webseite warten viele interessante Stellenanzeigen aus vielfältigen Bereichen auf Dich. Schau vorbei und überzeuge Dich sich selbst!

Bilder: Titelbild: © iStock.com/ Jacob Ammentorp Lund, Bild 1: © iStock.com/ fizkes,  Bild 2: © iStock.com/ mucella, Bild 3: © iStock.com/ solidcolours, Bild 4: © iStock.com/PanuddaN, Bild 5: © iStock.com/sureeporn

22.08.2017

Neuen Kommentar schreiben

zurück nach oben