Mann trifft Entscheidung

DIE RICHTIGEN ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN: TIPPS, METHODEN & ENTSCHEIDUNGSHILFEN

Die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer leicht und kann daher enorm unter Druck setzen. Hier verraten wir Dir nicht nur, welche psychischen Faktoren Dich bei der Entscheidungsfindung beeinflussen, sondern geben Dir auch eine praktische Checkliste und Methoden als Entscheidungshilfe an die Hand, mit denen Du Entscheidungen künftig schneller und leichter fällen kannst. Bonus: Lade Dir jetzt unsere Pro- und Contra-Liste herunter und starte mit Deiner Entscheidungsfindung.
25
Jan
2022

Die richtige Entscheidung treffen: das Wichtigste in Kürze

Zu den Faktoren, die beeinflussen, wie schwer oder leicht es uns fällt, Entscheidungen zu treffen, zählen:

  • Mental: Angst vor Konsequenzen oder mangelndes Selbstvertrauen
  • Äußere Umstände: Zeitdruck
  • Biologie: Stresshormon Cortisol
  • Das Mindset: Growth oder Fixed Mindset

Es gibt unterschiedliche Methoden, die Dir dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen:

  • Entscheidungsfragen
  • Pro- und Contra-Liste
  • Entscheidungsmatrix
  • Entscheidungsbaum
  • Entscheidungs-Mindmap
  • Perspektivwechsel

DIE PSYCHOLOGIE DER ENTSCHEIDUNGEN: DIESE 3 FAKTOREN BEEINFLUSSEN DICH UNBEWUSST

Egal, ob die Frage nach der richtigen Versicherung, dem geeigneten Job oder der optimalen Planung der Urlaubstage: Beruflich wie auch in der Freizeit sind wir stetig dazu gezwungen wichtige Entscheidungen zu treffen. Je nachdem, wie schwer die Folgen einer Entscheidung wiegen, fällt uns diese leichter oder schwerer. Das gilt besonders für den Jahresstart, an dem man das vergangene Jahr beruflich und privat Revue passieren lässt und sich fragt, ob es Zeit ist, etwas Neues zu wagen.  

1. Angst vor Konsequenzen und Cortisol 

Die Furcht vor schlimmen Konsequenzen, das Bestehen zu vieler Alternativen, mangelndes Selbstvertrauen, Zeitdruck und die Rücksichtnahme auf Kollegen sind Faktoren, die uns bei der Entscheidungsfindung lähmen können. Doch warum ist das so? Warum fällt es uns vor allem in stressigen und emotionalen Situationen so schwer, eine klare Antwort zu formulieren?

Für die Unfähigkeit schnelle Entscheidungen zu treffen ist vor allem das Stresshormon Cortisol verantwortlich. Dieses sorgt dafür, dass dem Körper in Extremsituationen Energieressourcen zu Verfügung gestellt werden, beschränkt jedoch im Gegenzug die Fähigkeit, Lösungsstrategien zu erarbeiten.

2. das Bauchgefühl

Neben dem Stresshormon Cortisol beeinflussen jedoch auch unsere Persönlichkeit und unser Bauchgefühl die Entscheidungsfindung. Entscheidungen, die wir aus dem Bauch heraus fällen, sind meist spontan und intuitiv. Das bedeutet jedoch nicht, dass deswegen das Risiko einer Fehlentscheidung steigt.

Im Gegenteil: In Situationen, in denen wir spontan, aus dem Bauch heraus entscheiden, greifen wir häufig unbewusst auf unseren Erfahrungsschatz zurück und bedienen uns eines jahrelangen, erfolgversprechenden Routineverhaltens.

Ob aus dem Bauch heraus oder nach dem Abwägen rationaler Fakten: welche Strategie bei der Entscheidungsfindung die bessere ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Hier kommt es ganz auf die Situation an und ob diese eine Entscheidung aufgrund von Zahlen, Fakten und gründlich recherchierten Informationen erfordert oder nicht.

3. Growth vs. Fixed Mindset 

Ob Du Dich schwer oder leicht mit Entscheidungen tust, besonders dann, wenn es um neue Erfahrungen geht, hängt auch mit Deinem Mindset zusammen. Unter Mindset versteht man die Mentalität eines Menschen.

Tendierst Du eher zu einem Fixed Mindset, bieten Veränderungen für Dich wenig Anreiz. Menschen mit einem Growth Mindset nehmen Veränderungen dagegen an und sehen in Fehlern Chancen zum Wachsen, was die Angst vor wichtigen Entscheidungen abbaut. Mehr zum Mindset und wie Du es ändern kannst, verrät Dir unser Artikel „Mindset ändern: vom Fixed zum Groth Mindset – so geht’s“.

 

nachdenkende Frau

Berufliche Entscheidungen treffen

Dein Berufsleben ist voll mit Entscheidungen, die Du treffen musst. Von der Berufswahl über den Wechsel des Arbeitgebers bis hin zu beruflicher Neuorientierung. Du kannst Dich dabei nicht auf jede Entscheidung vorbereiten, denn nicht immer kündigen sich Veränderungen an. Es lohnt sich jedoch, wenn Du Dir einen Überblick über mögliche Situationen in Deiner beruflichen Karriere verschaffst, wo eine Entscheidung wichtig wird. Das gilt besonders für die Frage, ob Du einen Job wechseln solltest oder Deine Karriere neu ausrichten musst.

In unserem Magazin findest Du eine Vielzahl an Artikeln, die Dir dabei helfen, Deine berufliche Entwicklung voranzutreiben und richtige Entscheidungen zu treffen:

 

DIE RICHTIGEN ENTSCHEIDUNGEN IM BERUFSLEBEN: ENTSCHEIDUNGSHILFE UND CHECKLISTE FÜR DEN ERFOLG

Im Berufsleben sind Entscheidungen aus dem Bauch heraus oft nicht anwendbar und müssen daher mit dem Verstand getroffen werden. Mithilfe der folgenden Checkliste gelangst Du in wenigen Schritten zu einer rationalen Entscheidung.

1. Situationsanalyse

Sammle zunächst alle wichtigen Rahmeninformationen, die in Deinem persönlichen Fall eine Rolle spielen. Hier hilft es, folgende W-Fragen zu beantworten. Sei dabei gründlich, objektiv und versuche die Situation aus mehreren Blickwinkeln zu beleuchten.

  • Wer ist beteiligt?
  • Was genau gilt es zu entscheiden?
  • Wie habe ich darauf Einfluss?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidungsfindung?
  • Wann ist die Entscheidung zu treffen?
  • Welche konkreten Folgen wird meine Entscheidung haben und wie werde ich mich damit fühlen (in fünf Stunden, in fünf Monaten, in fünf Jahren)?
     

2. Zielsetzung

„Der Weg ist das Ziel“ mag zwar als Motto deiner nächsten Urlaubsreise zutreffen, nicht jedoch für Entscheidungen im Berufsalltag. Klare Ziele sind hier der Schlüssel zum Erfolg und müssen unbedingt genau definiert werden. Nur wer ein Ziel vor Augen hat, kann Instrumente und Maßnahmen bei der Entscheidungsfindung ergebnisorientiert ausrichten und anwenden.

Damit Du Deine Ziele jedoch überhaupt erreichen kannst, sollten diese gründlich überdacht und sinnvoll formuliert werden. Die folgenden Tipps können Dir dabei behilflich sein:

  • Formuliere Deine Ziele positiv. Achte dabei auch darauf Modalverben wie „müsste“, „könnte“, „sollte“ oder „will“ zu vermeiden und stattdessen klare Ansagen zu artikulieren: „Ich komme immer pünktlich zur Arbeit“, statt „Ich möchte nicht mehr so oft zu spät zur Arbeit kommen“.
  • Stelle die Erreichbarkeit der Ziele sicher. Formuliere Deine Ziele so, dass Du selbst an deren Umsetzung arbeiten kannst und die Erreichbarkeit nicht von Dritten abhängig ist. Beispiel: „Ich liefere meine Arbeiten immer bereits einige Tage vor Fälligkeitsdatum beim Chef ab“ statt „Ich möchte, dass der Chef zufrieden mit meiner Arbeit ist“.
  • Sinnvolle Ziele sind messbar. Versuche Deinen Erfolg mit entsprechenden Kennzahlen zu spezifizieren. Zufriedenheit kann beispielsweise durch die Anzahl der Komplimente und lobenden Äußerungen quantifiziert werden.
  • Konkrete Zeitangaben sind in vielen Fällen sinnvoll und notwendig, sodass zielstrebig auf eine Deadline hingearbeitet werden und der Erfolg bis zu diesem Zeitpunkt gemessen werden kann.

3. Instrumente und Methoden

Nachdem Du deine Situation nun analysiert und sinnvolle Ziele gesetzt hast, kommt nun der Teil vor dem sich viele scheuen: das Treffen der Entscheidung! Mithilfe der folgenden sechs Methoden gehört diese Furcht jedoch bald der Vergangenheit an. Ganz egal ob Pro- und Contra-Liste oder Entscheidungs-Mindmap, hier ist für jeden etwas dabei – ganz egal welcher Entscheidungstyp Du bist!

Auch wenn sich die Methoden in ihrer optischen Darstellung und der konkreten Vorgehensweise unterscheiden, so haben sie doch eines gemeinsam: Entscheidungsmöglichkeiten werden offengelegt und mithilfe eines Ausschluss- oder Bewertungsverfahrens sortiert. Die Argumente für oder gegen eine bestimmte Entscheidung werden somit klar formuliert, übersichtlich dargestellt und können jederzeit abgerufen und nachvollzogen werden.

Nun gilt es die Informationen aus Deiner Situationsanalyse auf eines der folgenden Entscheidungsinstrumente zu übertragen.

 

Entscheidungsfragen

Bevor es an Matrix und Listen geht, kannst Du Dir erstmal eine Auswahl an Entscheidungsfragen stellen, um Dir darüber klar zu werden, wie die Entscheidung Dein Leben beeinflussen wird. Diese Fragen solltest Du mit Ja oder Nein beantworten können. Merkst Du jedoch, dass Dir die Antwort nicht so einfach fällt, kannst Du sie tiefer ergründen. Folgende Fragen kannst Du dir stellen:

  • Diese Entscheidung wird mich langfristiger zufriedener machen?
  • Diese Entscheidung wird sich positiv auf mein Berufsleben auswirken?
  • Diese Entscheidung wird sich positiv auf mein Privatleben auswirken?
  • Durch diese Entscheidung kann ich ein Ziel besser erreichen?
  • Diese Entscheidung wird bestimmte Bereiche meines Lebens negativ beeinflussen?
  • Wenn ich diese Entscheidung treffe, muss ich bestimmte Abstriche machen?
  • Bin ich bereit, diese Abstriche zu machen?

 

 

Pro- und Contra-Liste

Die Pro- und Contra-Liste zeigt schnell und deutlich, wie viele Argumente für oder gegen etwas sprechen. Hier spielt nicht nur die quantitative Anzahl der Argumente eine Rolle, sondern auch deren qualitative Bewertung. Versehe daher jedes Argument auf Deiner Liste mit einem Wert von 0 (hat kaum Einfluss) bis 10 (hat großen Einfluss) und vergleiche die Summen der Pro- und Contra-Seite, die sich aus der zahlenmäßigen Bewertung ergibt.

 

Lade Dir jetzt unsere Pro- und Contra-Liste als Entscheidungshilfe herunter und lege los mit Deiner Entscheidungsfindung.

 

Entscheidungshilfe – Pro- und Contra-Liste

 

Entscheidungsbaum

Die Entscheidungsfindung mithilfe des Entscheidungsbaumes funktioniert ähnlich wie das K.O.-System eines Sportturnieres: Es werden hier jeweils zwei Alternativen einander gegenübergestellt. Die bessere der beiden Optionen gewinnt und kommt eine Runde weiter.  Das Ganze wird so lange wiederholt, bis sich die beste Wahl durchgesetzt hat.

Achtung! Der Entscheidungsbaum funktioniert zwar, wenn eine Vielzahl an Optionen zur Wahl stehen, nicht jedoch, wenn es sich bei diesen um „Ja“- oder „Nein“-Entscheidungen handelt.

Entscheidungsmatrix

Eine Entscheidungsmatrix ist eine Tabelle, in der Du verschiedene Entscheidungsoptionen und Kriterien in Spalten anordnest. Am besten eignet sich eine Entscheidungsmatrix, wenn Du Dich zwischen verschiedenen, aber ähnlichen Möglichkeiten entscheiden musst. Stehst Du zum Beispiel vor der Entscheidung, für ein neues Projekt eine Agentur zu beauftragen, kannst Du die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Agenturen mithilfe der Entscheidungsmatrix abwägen.

So erstellst Du eine Entscheidungsmatrix:

  1. Identifiziere die Optionen, wie zum Beispiel die unterschiedlichen Agenturen, die Du beauftragen kannst.
  2. Identifiziere wichtige Aspekte und Kriterien für die Entscheidungsfindung, wie zum Beispiel Kosten, Erfahrung usw.
  3. Lege eine Skale für die Gewichtung der Aspekte an, zum Beispiel von 1 bis 5, wobei 1 für „erfüllt den Aspekt nicht“ und 5 „erfüllt den Aspekt komplett“ steht.
  4. Erstelle die Entscheidungsmatrix mit den Optionen in der linken Spalte und den Aspekten in den rechten Spalten und füge eine letzte Spalte für das Ergebnis ein.

Tipp: Nicht immer sind alle Aspekte gleichwertig. Aus diesem Grund kannst Du ihnen noch eine extra Gewichtung zuordnen. Wähle dazu wieder Zahlen von 1 bis 5.

Entscheidungs-Mindmap

Die Entscheidungs-Mindmap verschafft Dir einen guten Überblick über mögliche positive und negative Konsequenzen verschiedener Entscheidungen. Notiere alle Entscheidungsmöglichkeiten als Äste um die Entscheidungsfrage. Aus diesen verschiedenen Möglichkeiten wachsen wiederum Äste mit positiven und negativen Folgen.

 

Entscheidungshilfe - Mindmap

Bonus: Perspektivwechsel

Für diese Methode benötigst Du keine Matrix oder Mindmap. Du kannst sie jedoch zusätzlich zu anderen Methoden anwenden, besonders dann, wenn Du trotz Listen nicht weiterkommst. Stelle Dir dazu vor, die Entscheidung würde nicht Dich betreffen, sondern einen guten Freund oder ein Familienmitglied. Was würdest Du dieser Person raten?

  • Welche Fragen würdest Du der Person stellen?
  • Welche Risiken würdest Du ansprechen?
  • In welchen Punkten würdest Du die Person ermutigen oder bremsen?

4. Ergebnisbewertung

Lass Dir zwischen der Ausarbeitung Deiner Listen und der abschließenden Ergebnisbewertung etwas Zeit und versuche den Entschluss reifen zu lassen. Noch ist nichts in Stein gemeißelt. Einige Tage Ruhe verschaffen einen klaren Kopf und ermöglichen eine objektivere Kontrolle der Lösung. Anschließend kannst Du Dir erneut die Frage stellen, wie Du Dich mit der Entscheidung fühlen wirst (in einigen Stunden, Tagen oder Wochen).

Wie Ralf Ansorge in seinem Artikel „Keine Angst vor Fehlers“ treffend formuliert, gilt es dabei die Angst vor Fehlentschlüssen abzubauen. Treffe also die Entscheidung, mit der Du längerfristig leben kannst und übernehme die Konsequenzen beziehungsweise die Verantwortung für Deinen Entschluss. Rufe Dir dabei folgendes ins Bewusstsein:

Gar keine Entscheidung zu treffen wird Dich mehr und länger belasten als eine Falsche zu treffen.

Jetzt die richtige Entscheidung im Job treffen

Wir hoffen, dass Dich unsere Checkliste bei der Entscheidungsfindung im Job künftig unterstützen wird. Doch nicht nur für Entscheidungen im Job, sondern auch für die Wahl des richtigen Jobs haben wir eine Lösung: In unserer Jobbörse warten viele interessante Stellenanzeigen aus vielfältigen Bereichen auf Dich. Schau vorbei und überzeuge Dich sich selbst!

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Bildnachweis: Titelbild: © fizkes / stock.adobe.com, Bild 2: © iStock.com/ fizkes, Bild 3: © pfluegler photo / stock.adobe.com, Bild 4: © iStock.com/sureeporn, Bild 5: © iStock.com/ mucella

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