Zufrieden im Job

Wie kommt die Zufriedenheit zum Job?

Gerade zum Jahreswechsel haben wir uns viel vorgenommen. So zählt die Suche nach Zufriedenheit ebenso zum Berufsalltag wie das gewissenhafte Erledigen wichtiger Aufträge. Ist sie erfolgreich, erleichtert das nicht nur das Arbeitsleben, auch privat wirkt sich eine gute Beziehung zum Job positiv aus. Nur wie lässt sich Zufriedenheit im Job erlangen? Welche Faktoren müssen erfüllt sein, dass Arbeitnehmer ihrem Job gern nachgehen, um das Verhältnis zum Arbeitgeber positiv zu bewerten? Meist sind sie eindeutig, auch die eigene Einstellung spielt eine Rolle.
07
Jan
2020

Zufriedenheit im Job?

Völlig zufrieden von der Arbeit nach Hause kommen. Am nächsten Morgen gern wieder in Richtung Job aufbrechen. Dieses Gefühl wünscht sich jeder Arbeitnehmer. Laut einer repräsentativen Studie von AVANTGARDE Experts gaben im letzten Jahr 72% der befragten ArbeitnehmerInnen an, mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden zu sein.

Seit Beginn dieser Arbeitszufriedenheitsstudie im Jahr 2016 wächst die Zufriedenheit der deutschen ArbeitnehmerInnen stetig, jedoch verlangsamt sich der Trend. 2019 gaben rund drei Viertel der Berufstätigen an, mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden zu sein. Dabei sind Männer tendenziell glücklicher mit ihrem Job. Interessanter Fakt in diesem Zusammenhang ist auch, dass sich ein Studium kaum auf die spätere Zufriedenheit im Job auswirkt. Maßgeblichen Einfluss haben das Gehalt und flexible Arbeitszeiten. Ein Viertel der Befragten wünscht sich nettere KollegInnen und interessantere Arbeitsinhalte. Zudem haben 45 Prozent der Deutschen das Gefühl, ihr Potential in ihrer aktuellen Aufgabe nicht vollständig ausschöpfen zu können.

Gerade heutzutage hält sich die Annahme, vor allem Selbstverwirklichung sei der Antrieb vieler Menschen. Fänden sie ihre Bestimmung, ihre Erfüllung im Job, führe das zu Zufriedenheit und Glück. Der wahre Hauptgrund für Zufriedenheit im Job wirkt auf den ersten Blick wesentlich banaler, gleichzeitig jedoch deutlich essentieller. Laut unserer Studie sehen die Befragten keinen Faktor wichtiger an als das Gehalt:

Für 42 Prozent derjenigen, die in den letzten zehn Jahren mindestens einmal den Job gewechselt haben, war das Gehalt der Hauptmotivator für den Jobwechsel. Mit großem Abstand an zweiter Stelle steht die Arbeitsatmosphäre, die für 27 Prozent den Hauptfaktor für den vollzogenen Jobwechsel darstellte.

Das Gehalt ist und bleibt seit 2016 die höchste Form der Anerkennung laut unseren Studienergebnissen. Wer (gefühlt) gemäß seiner erbrachten Leistung oder seines investierten Einsatzes bezahlt wird, erfährt Achtung. Frust und Unzufriedenheit nehmen ab. Letztere positive Entwicklung unterstreicht die Tatsache, dass ein Großteil der Befragten mehr Achtung einer größeren Abwechslung im Job vorziehen.

Wertschätzung bleibt damit ein entscheidender Faktor im Arbeitsleben. Erfährt der Angestellte ein passendes Maß an Lob, stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein. Doch auch abseits des Lohnzettels möchten sich MitarbeiterInnen geschätzt fühlen. Dabei geht es weniger um klassisches Schulterklopfen, als um eine Atmosphäre der gegenseitigen Achtung, in der Angestellte nicht den Eindruck gewinnen, sie und ihre Leistung würden als selbstverständlich erachtet.

 

 

ARBEITEN, UM ZU LEBEN

Gesteigerte Anerkennung erhöht also die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Nur suchen Menschen ihr Glück und ihre Zufriedenheit nicht einzig im Job. Auch heute folgen viele dem Mantra des „Arbeitens, um zu leben“. Für sie ist der Job Grundlage für ein erfülltes, sorgenfreies Privatleben. Für Zufriedenheit im Arbeitsleben ist es umgekehrt also ebenso von Bedeutung, privat seine Ruhe zu finden, wie nach dem Job ein positives Umfeld vorzufinden. Das richtige Abschalten nach der Arbeit ist dabei essentiell.

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Entsprechend relevant ist also die oft beschriebene Work-Life-Balance, das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. So gaben 42 Prozent der Befragten in 2019 flexiblere Arbeitszeiten als Faktor für eine positive Entwicklung ihrer Arbeitszufriedenheit an. An dritter Stelle gleichauf stehen „Nettere KollegInnen“ und „Interessantere Arbeitsinhalte“. Jeweils 25 Prozent der Befragten hatten so ausgesagt.

 

Ein Studium wirkt sich kaum auf die Zufriedenheit aus, aber auf die Wechselwilligkeit.Von 2018 zu 2019 erhöhte sich die Anzahl derjenigen, die über einen Jobwechsel nachdenken, von 20 Prozent auf 35 Prozent. Befragte mit Studienabschluss wechselten in den vergangenen zehn Jahren deutlich häufiger den Arbeitgeber als jene ohne Studium – hier gaben nur 45 Prozent an, den Arbeitgeber im letzten Jahrzehnt mindestens einmal gewechselt zu haben, unter Hochschulabsolventen waren es 55 Prozent.

 

 

 

 

DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE: WAS MÖCHTE ICH?

Derlei Empfindungen sind nicht selten. Ihnen vorzubeugen, erfordert ein wenig Arbeit und das Beantworten einer ganz spezifischen Frage: „Was möchte ICH?“ Es geht darum, sich klar zu werden, was man im Job erreichen möchte. Zudem, was dazu notwendig ist und welche Voraussetzungen die Arbeit für einen selbst schaffen muss, um ein erfülltes (Privat-)Leben zu erlangen. Sind die Antworten auf diese Fragen gefunden, rücken sie den Fokus schnell dorthin, wo er nicht nur am besten aufgehoben ist, sondern wo er zudem für die größte Zufriedenheit sorgt: auf einen selbst.

Am Ende ist es schließlich nicht entscheidend, was Kollegen oder auch Freunde haben. Merke ich, dass mir Materielles weniger wichtig ist als beispielsweise Persönliches, können andere sogar mit dem Ferrari vorfahren. Es stört mich nicht mehr. Denn am Ende stellt sich die Frage, ob all diese Dinge das eigene Leben wirklich bereichern. Vielleicht tun sie es, vielleicht auch nicht. Vielleicht stehen im persönlichen Ranking Dinge wie Erlebnisse, Zeit mit Freunden und Familie oder Reisen wesentlich höher.

Ist klar, wie das eigene Leben aussehen soll, wo der eigene Fokus liegt, lässt sich all das, natürlich im Rahmen der beruflichen Möglichkeiten, auf den Job übertragen. Zufriedenheit macht sich dann nicht mehr an äußeren Umständen fest, sie kommt von innen heraus, und ist damit weniger anfällig für Erschütterungen. Sie ist gefestigt. Das kann auch bedeuten, dass mehr investiert werden muss, um das angestrebte Gehalt zu bekommen. Oder dass für mehr Privatleben Arbeitszeit und damit Gehalt geopfert werden muss. Egal in welche Richtung es geht, wenn der Arbeitnehmer genau weiß, was er vom Leben möchte, wird er alles Mögliche tun, um diesen Zustand zu erreichen. Auf diese Weise erlangt er letztendlich Zufriedenheit - privat und vor allem im Job.

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Quelle: Arbeitszufriedenheitsstudie 2019 von AVANTGARDE Experts  

Bildnachweis: Bild 1: pexels, Bild 2:©AVANTGARDE Experts, Bild 3:©iStock/fizkes, Bild