Personal-Branding-Strategie – in 3 Schritten die eigene Marke finden
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Personal Branding – so wirst Du zur Marke

03.04.2018
Zwei Personen arbeiten am Laptop, aus dem digitale Graphiken fliegen

Ein professioneller Internetauftritt ist heutzutage unabdingbar, gerade im beruflichen Kontext. Doch was will ich aussagen und wie will ich mich präsentieren? Wir geben Dir hilfreiche Tipps, wie Du Deine individuelle Personal-Branding-Strategie entwickelst und Deine Marke etablierst.

Was bedeutet Personal Branding?

Es gibt keine einheitliche Definition von Personal Branding, weswegen der Begriff oft falsch interpretiert wird. Ganz einfach gesagt bedeutet Personal Branding, Menschen ein Bild von Dir zu geben. Deine Person steht also im Fokus und nicht ein bestimmtes Unternehmen. Aus diesem Grund spricht man häufig auch von „Eigenmarke“. Es geht darum, Deine Persönlichkeit und Deine fachlichen Kompetenzen zu präsentieren, wobei die sozialen Netzwerke das zentrale Medium sind. Diese Darstellung von sich selbst wird von Kritikern oft gleichgesetzt mit „blenden“ – aber genau darum geht es beim Personal Branding eben nicht.

Neben professionellem Auftreten zielt Personal Branding insbesondere auf Glaubwürdigkeit, Authentizität und Alleinstellung ab. Beschreibst Du in sozialen Netzwerken Eigenschaften und Fähigkeiten, die nicht auf Dich zutreffen, so kommt das spätestens beim Bewerbungsgespräch ans Tageslicht. Präsentiere Dich daher authentisch und glaubwürdig und hebe Dein Alleinstellungsmerkmal hervor. Das grenzt Dich von der Masse ab und ist somit auch bei der Jobsuche hilfreich.

Denk anders – Grafik mit zwei bunten, fröhlichen Menschen und Menschen in schwarz-weiß, die hintereinander in einer Reihe stehen

Wozu dient Personal Branding?

Personal Branding ist eng mit dem Internetauftritt einer Person verbunden. Durch unterschiedliche Social-Media-Kanäle betreiben wir per se schon Personal Branding. Das geschieht oft unbewusst, da wir gerade Plattformen wie Facebook oder Instagram zum rein persönlichen Gebrauch nutzen. Aktiv Personal Branding zu betreiben bedeutet, sich auch aktiv mit der eigenen Präsenz im Netz auseinanderzusetzen. Es ist Deine (digitale) Visitenkarte.

Wenn Du eine ausgereifte und fundierte Personal-Branding-Strategie entwickelst und sie auf verschiedenen Social-Media-Kanälen präsentierst, kannst Du diese auch gezielt bei der Jobsuche einsetzen. Der erste Schritt einer solchen Strategie ist die Herausarbeitung Deiner persönlichen Marke.

Mann läuft auf eine hell erleuchtete Skyline zu

Personal Branding Strategie: Entwickle Deine Marke

Auf der Suche nach Deiner Marke wirst Du Dich zunächst sehr intensiv mit Dir selbst auseinandersetzen müssen. Denn um Dich und Dein Image in der Öffentlichkeit zu präsentieren, musst Du Dich möglichst genau positionieren und Dir bewusst machen, was Dich von potentiellen Mitbewerbern, Kollegen oder Unternehmern abhebt.

Geschäftsmann, der auf eine Tafel mit Diagrammen zeigt

1. Was ist Deine Vision? Eigenschaften, Leidenschaften, Entscheidungen

Wie den meisten Entscheidungen liegt Deinem Entschluss, Deine Eigenmarke zu entwickeln, eine Vision zugrunde. Oft können wir diese Vision nicht in Worte fassen und haben nur eine vage Ahnung davon. Für Deine Marke und deren spätere Präsentation im Netz ist es jedoch hilfreich, Deine Vision zu kennen und herauszufinden, wer Du bist und was Du kannst. Nimm am besten einen Zettel und Stift und notiere Dir folgende Fragen:

  • Was sind meine Ziele (im nächsten Jahr, für die nächsten 5 Jahre und für die nächsten 10 Jahre)?
  • Was will ich mit meiner Karriere erreichen?

Wenn Du Dich intensiv mit diesen Fragen auseinandersetzt, hast Du später bei der Jobsuche einen entscheidenden Vorteil gegenüber Deinen Mitbewerbern: eine klar durchdachte Personal-Branding-Strategie. Deine Vision zeigt Dir, wo es in Zukunft für Dich hingehen soll. Aus diesem Grund ist es wichtig, Dich eingehend damit zu beschäftigen.

Weißes Blatt Papier und zusammengeknüllte Blätter

Eigenschaften

Zunächst geht es darum, Eigenschaften herauszuarbeiten, die Deine Persönlichkeit ausmachen. Stelle das Ziel der Aufgabe – die Präsentation im Internet – erst einmal in den Hintergrund. Notiere alles, was Dir zur ersten Frage einfällt. Beobachte dafür auch Dein Verhalten im Alltag. Orientiere Dich an den fünf grundlegenden Eigenschaften, die in jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung zu finden sind:

  • Offenheit neuen Erfahrungen gegenüber (Neugier, Wissbegier, Interesse)
  • Gewissenhaftigkeit (Zuverlässigkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft)
  • Extraversion (Geselligkeit, Optimismus)
  • Verträglichkeit (Altruismus, Kooperationsbereitschaft, Nachgiebigkeit)
  • Neurotizismus (Traurigkeit, Ängstlichkeit, emotionale Labilität)

Schreibe heraus, wie Du die Ausprägung dieser Persönlichkeitsfaktoren bei Dir einschätzt. Unterhalte Dich auch mit Deiner Familie und Deinen Freunden darüber. Erkläre ihnen Dein Vorhaben. Der Blick von außen ist genauso wichtig wie die Selbstreflexion und gibt oft einen entscheidenden Anstoß auf der Suche nach Antworten.

Mehrere Menschen arbeiten zusammen an einem Puzzle

Leidenschaften

Es geht aber nicht nur darum, Deine Eigenschaften, sondern auch Deine Leidenschaften herauszuarbeiten. Wofür brennst Du? Was macht Dir am meisten Spaß? Bei welchen Aktivitäten bist Du am glücklichsten? Schreibe Dir ein paar Stichpunkte heraus.

Entscheidungen

Ein wichtiger Teil unseres alltäglichen Treibens dreht sich um Entscheidungen. Wir müssen täglich hunderte Entscheidungen treffen. Diese sind natürlich nicht alle gleichgewichtet und viele Entscheidungen treffen wir so intuitiv, dass wir sie gar nicht als solche wahrnehmen. Das Kriterium dafür, wie wir unsere Entscheidungen treffen, sind unsere individuellen Werte.

Was ist Dein Karriereziel? Manchen macht es nichts aus, bis spät abends im Büro zu sitzen, andere möchten möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen. Die einen bevorzugen einen Nine-to-five-Job, die anderen wollen sich ihre Zeit lieber selbst einteilen. Sowohl Überforderung als auch Unterforderung im Beruf machen unglücklich.

Wenn Du Deine individuellen Werte kennst, wird es Dir künftig nicht nur leichter fallen, Entscheidungen zu treffen, sondern Du wirst auch mit dem Ergebnis zufriedener sein. Wenn Du Dir zu diesen Punkten Gedanken gemacht hast, gilt es, Deine Personal Branding Strategie zu konkretisieren. Dafür musst Du herausfinden, wofür Deine Marke stehen soll.

Straße bis zum Horizont mit Text „Strategie“

2. Wofür soll Deine Marke stehen?

Stell Dir, ausgehend von Deinen Notizen, Deinen idealen Job vor:

  • Wo siehst Du Dich?
  • In welcher Position?
  • Wie sind Deine Kollegen?

Auch wenn es im Job meist nicht hundert Prozent nach unseren Idealvorstellungen abläuft, so ist dieses Gedankenexperiment wichtig, um herauszufinden, was Dein Ziel ist. Auch hier kannst Du Dich wieder von anderen Menschen inspirieren lassen. Gibt es Personen, die Du bewunderst? Es ist gleichgültig, ob sie aus Deinem Bekanntenkreis sind oder Fremde, die Du nur über die Medien kennst. Was macht diese Personen aus? Was gefällt Dir besonders gut an ihnen? Wie präsentieren sie sich in der Öffentlichkeit?

Ordne die Liste der Personen, die Du inspirierend findest, nach dem Kriterium der Ähnlichkeit: Wer hat ähnliche Vorstellungen vom Berufsleben wie Du oder übt eventuell den gleichen Job aus? Grenze Dich im nächsten Schritt von den anderen Personen der Liste ab. Was kannst oder weißt Du im Gegensatz zu diesen Personen?

All diese Fragen helfen Dir, genau herauszustellen, wofür Deine Marke stehen soll. Um Deine Eigenmarke zu entwickeln und Dich erfolgreich zu vermarkten, solltest Du niemals den Blick auf die anderen verlieren: Finde heraus, wer Deine Zielgruppe ist und wie Du sie erreichen kannst.

3. Wer ist Deine Zielgruppe?

Nachdem Du Dich ausgiebig mit Deiner Vision und Deinen Werten auseinandergesetzt hast, solltest Du Dir im nächsten Schritt Gedanken darüber machen, wen Du erreichen möchtest. Personal Branding ist mitunter sehr zeitaufwendig. Damit Deine Zeit und Energie auch zum gewünschten Erfolg führt, musst Du Deine Zielgruppe genau kennen und analysieren. Ein Autor kann ein noch so exzellentes Buch schreiben, wenn es nachher niemand liest, war die Arbeit umsonst. Auch beim Personal Branding geht es um ein ständiges Geben und Nehmen. Du gehst dabei ganz ähnlich vor wie bei der Reflexion über Dich selbst.

Grafische Darstellung zweier Hände, die mit Lupe nach Personen im Internet suchen

Zielgruppenanalyse – diese Fragen helfen Dir

Stelle Dir eine ideale Zielgruppe vor. Welche Eigenschaften sollte sie haben? Was sollten ihre Leidenschaften und Werte sein? Es ist egal, ob Du Unternehmer oder Angestellter bist, ein eigenes Produkt kreieren willst oder einen neuen Job suchst. Du solltest ein möglichst genaues Bild davon haben, wen Du erreichen möchtest.

  • Wie sieht der ideale Chef für Dich aus?
  • Wie sollten Deine Kollegen sein?
  • Wer sollte Dein Produkt kaufen?
  • Was kannst Du Deiner Zielgruppe bieten?
  • Was sollte Deine Zielgruppe über Deine Marke denken?

Nimm nun noch einmal die Liste mit den Personen, die Du bewunderst, zur Hand und überlege Dir, wer deren Zielgruppen sind und wie sie diese erreichen.

Die passende Plattform finden

Zu einer umfassenden Analyse Deiner Zielgruppe gehört auch das Wo: Wo findest Du die Personen, die Du von Dir überzeugen möchtest? Um Dir einen Überblick zu verschaffen, hilft schon eine einfache Suchanfrage in Google. Überlege Dir, in welchen sozialen Netzwerken Deine Zielgruppe präsent ist. Willst Du mit Deiner Marke einen Personaler ansprechen? Dann sind vor allem Xing und LinkedIn relevant. Bist Du aber zum Beispiel im kreativen Bereich tätig oder möchtest ein Produkt verkaufen, dann lohnt sich zudem eine eingehende Beschäftigung mit Facebook, Twitter oder Instagram.

Versuche Dich von Anfang an gut zu vernetzen: Knüpfe Kontakte, sprich die Personen, die für Deine Personal Brand interessant sind, direkt an und beteilige Dich an Diskussionen in fachspezifischen Gruppen und Foren. So kannst Du Dir ein gutes Bild davon machen, was Deine Zielgruppe sucht. Informiere Dich auch über Messen und ähnliche Events, die zu Deiner Zielgruppe passen.

Persönliche Keywords herausarbeiten

Mit diesen Aufgaben hast Du schon einen entscheidenden Schritt nach vorn getan. Schau Dir noch einmal Deine Skizzen an. Bestimmte Wörter und Strukturen werden immer wieder auftauchen, sowohl bei der Selbstreflexion als auch bei der Zielgruppenanalyse. Das sind Deine persönlichen Keywords – ein weiterer Schlüssel bei der Suche und dem Aufbau Deiner Personal Brand. Diese spielen eine entscheidende Rolle bei Deinem Internetauftritt.

Schemenhafte Darstellung glücklicher Menschen vor Skyline

Jobsuche: Erfolg durch Personal Branding

Im Internet zählt in erster Linie der visuelle Eindruck. Sei dabei professionell und vor allem authentisch. Dass diese Strategie aufgeht, beweisen auch prominente „Marken“ wie Steve Jobs, Jamie Oliver oder Elon Musk. Bei diesen Beispielen handelt es sich natürlich um Welt-„Marken“, die mit unserem Joballtag wenig zu tun haben. Wie Personal Branding dagegen im (Online-) Marketing gelingen kann, zeigen diese zwei Beispiele:

  1. Rand Fishkin: Als einer der bekanntesten SEOs weltweit hat sich Fishkin als „Wizard of Moz“ einen Namen gemacht. Sein Erfolgsrezept: genau wissen, worin er gut ist und seine Expertise ausbauen.
  2. Simon Sinek: Der Mann hinter dem „Golden Circle“-Modell. Er nutzt sein Modell für die eigene Personal-Branding-Strategie: Warum mache ich etwas, wie mache ich etwas und was ist das Ergebnis? Dabei hat Sinek schnell erkannt, wie er sich positionieren und kommunizieren muss – leicht verständlich, unter anderem mit TED Talks.

 

Deine Marke hat nun eine konkrete Form angenommen und Du bist bereit, Dich im Netz zu präsentieren? Alles, was Du über den perfekten Auftritt im Internet wissen musst, haben wir in unserem Artikel „Selbstvermarktung: So präsentierst Du Dich ideal im Netz“ für Dich zusammengestellt. Weiterführende Tipps zum Aufbau Deines beruflichen Netzwerks bietet Dir der Artikel „Erfolgreich netzwerken: 7 Tipps für Dein Business Networking“. Du bist auf der Suche nach einem neuen beruflichen Input und Herausforderungen? Dann schau auf unserer Stellenbörse vorbei!

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03.04.2018

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