Gehaltserhöhung: 5 Tipps, wie Sie diese erfolgreich ansprechen

Gehaltserhöhung ansprechen – aber wie?

20.06.2017
Gehaltserhöhung ansprechen

Für die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist eine angemessene Bezahlung der wichtigste Faktor für Zufriedenheit am Arbeitsplatz laut einer von AVANTGARDE Experts durchgeführten Studie. Schließlich ist und bleibt das Gehalt die höchste Form der Anerkennung im Arbeitsleben. Das Thema Gehaltserhöhung anzusprechen fällt vielen Angestellte dennoch schwer. Wir haben erfolgreiche Tipps gesammelt, wie es mit dem Gehaltsplus klappt und stellen die Do´s und Don´ts für das nächste Gespräch mit dem Chef vor.

Punkt 1: Welche Anlässe für eine Gehaltserhöhung gibt es?

An verschiedenen Zeitpunkten in der Berufslaufbahn ist es üblich und sinnvoll, das Gehalt neu zu verhandeln. Dazu zählen das Ende der Probezeit oder die Änderung des Arbeitsvertrags, beispielweise bei einem Wechsel von der Befristung zu einem unbefristeten Vertrag. Klassische Szenarien, bei denen man ebenfalls eine Gehaltserhöhung einfordern kann, ist die Beförderung zu einer höheren Position und/oder die Übernahme neuer Aufgaben. Auch neue Kunden, mehr Verantwortung oder ein großer beruflicher Erfolg bedeuten ein Gehaltsplus am Monatsende. Hier lässt sich die Forderung nach einer Erhöhung des Verdienstes am leichtesten vertreten oder ist vom Chef von vornherein eingeplant. Grundsätzlich ist eine Neuverhandlung etwa alle 18 bis 24 Monate üblich. In manchen Unternehmen gibt es jährliche Gehaltsrunden.

Punkt 2: Den richtigen Ansprechpartner wählen

Auch wenn der Chef-Chef letztendlich die Zusage für eine Gehaltserhöhung gibt, ist es ratsam immer zuerst das Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten zu suchen. Anderenfalls kann sich dieser übergegangen und in seiner Autorität untergraben fühlen, eine schlechte Voraussetzung für die Gehaltsverhandlung. Machen Sie stattdessen den Chef zu Ihrem Verbündeten und treten Sie mit ihm zusammen an dessen Vorgesetzten heran. Schließlich ist er derjenige, mit dem Sie täglich zusammenarbeiten und der Ihre Leistungen am besten einschätzen kann. Die Personalabteilung agiert bei Gehaltsverhandlungen im Hintergrund, kann aber in manchen Fällen am Mitarbeitergespräch teilnehmen.

Punkt 3: Den richtigen Zeitpunkt wählen

Timing ist ein wichtiges Stichwort für ein erfolgreiches Gehaltsgespräch. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, bitten Sie Ihren Vorgesetzten um ein Feedback-Gespräch. Das Thema Gehalt sprechen Sie dann erst im Laufe des Gesprächs an. Bei der Terminfindung ist es ratsam darauf zu achten, dass der Ansprechpartner entspannt ist und ausreichend Zeit für Sie hat. Wer 2 Stunden später eine wichtige Präsentation halten muss oder auf dem Sprung ins Wochenende ist, kann sich gedanklich weniger gut auf Ihr Anliegen einlassen. Auch die allgemeine Situation der Firma und Branche ist zu berücksichtigen. In wirtschaftlich schlechten Zeiten oder bei kürzlich getätigten Investitionen kommt die Forderung nach mehr Gehalt eher schlecht an.

Der richtige Termin für die Besprechung zur Gehaltserhöhung

Punkt 4: Kompromisse schließen

Im direkten Gespräch sollte der Angestellte selbstbewusst auftreten, aber immer realistisch bleiben. Informieren Sie sich im Vorfeld über ein angemessenes Gehaltsziel und legen Sie sich konkrete Zahlen zurecht. Gehaltsportale geben Aufschluss, was in Ihrer Position und Branche üblich ist. Allgemein sind 5 bis 10 Prozent mehr eine realistische Vorgabe. Sind die Forderungen zu hochgesteckt, wirft das ein schlechtes Licht auf den Angestellten. Auch unter Wert sollte man sich nicht verkaufen. Fällt das Gespräch nicht nach Ihren Wünschen aus, bleiben Sie kompromissbereit und schlagen Sie Alternativen vor. Auch Lösungen wie die Übernahme der Fahrkosten oder ein Firmenwagen, machen sich am Monatsende auf Ihrem Konto bemerkbar – und können sich netto sogar als lukrativer erweisen als das Gehaltsplus.

Punkt 5: Gute Vorbereitung

Ausschlagkräftige Argumente sind das A und O jeder Gehaltsverhandlung und damit der wichtigste Schlüssel zum Erfolg. Am leichtesten lässt sich das Thema Finanzen im Rahmen eines Feedback-Gesprächs ansprechen. Geben Sie Ihrem Chef den Vortritt, um seine Sicht auf Ihre Arbeitsleistung offenzulegen. Im Idealfall können Sie positive Rückmeldungen gleich in Ihre nachfolgende Argumentation einbeziehen. Neben der Recherche eines angemessenen Gehaltsziels ist vor allem ein Überblick über Ihre eigenen Leistungen ein wichtiger Schritt der Vorbereitung. Notieren Sie sich erfolgreiche Projekte, Weiterbildungen oder besondere Leistungen für das Unternehmen, mit denen Sie im Gespräch bei Ihrem Chef punkten. Hat die Firma durch Ihre Arbeit Kosten eingespart z.B. durch Streichung von externen Leistungen oder einem verbesserten Prozess? Untermauern Sie dies mit Zahlen und Sie haben ein schlagkräftiges Argument, wieso Sie ein Gehaltsplus definitiv verdient haben. Zeigen Sie gleichzeitig die Bereitschaft, für mehr Geld in der Zukunft auch mehr Leistung zu bringen. Ausgehandelte Ziel- und Gehaltsverhandlungen am besten sofort schriftlich festhalten, um sich später darauf zu berufen.

No-Gos

Folgende Punkte sind im Gespräch mit dem Vorgesetzten unbedingt zu vermeiden, damit die Gehaltsverhandlung nicht nach hinten losgeht:

  • Das Gehalt des Kollegen als Argument anführen. Je nach Vertrag, darf ohnehin nicht über den Verdienst geredet werden.
  • Mit privaten Gründen wie Hausbau oder Familienzuwachs zu argumentieren. Das wirkt unprofessionell.
  • Den Chef unter Druck setzen.
  • Mit einer Kündigung drohen. Wenn diese nicht erfolgt, wirken Sie unglaubwürdig.
  • Konfliktsituationen erzeugen. Bleiben Sie also immer sachlich.
  • Die Arbeitsleistung nach einer unbefriedigenden Gehaltsverhandlung reduzieren. Beweisen Sie sich und bleiben Sie hartnäckig.

 

Bilder: Bild 1:iStock/imtmphoto, Bild 2: iStock/scene26

20.06.2017

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