Arbeitszufriedenheit – Überblick über aktuelle Studien zum Thema

Arbeitszufriedenheit – Überblick über aktuelle Studien

Arbeitszufriedenheit beziehungsweise Mitarbeiterzufriedenheit ist die Grundlage erfolgreicher Unternehmen. In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels investieren Firmen viel Zeit und Geld in die Bindung ihrer Mitarbeiter. Denn: Arbeitszufriedenheit beeinflusst fast jeden Erfolgsfaktor des unternehmerischen Handelns. Auf dieser Seite findest Du erklärt, was Job-Zufriedenheit ist und wie sie beeinflusst werden kann sowie einen Überblick über Arbeitszufriedenheits-Studien von AVANTGARDE Experts.
12
Okt
2021

Was ist Arbeitszufriedenheit?

Unter Arbeitszufriedenheit versteht man die Einstellung einer Arbeitskraft gegenüber ihrer Arbeit, unabhängig davon, ob diese positiv oder negativ ausfällt. Aufgrund der vielfältigen Faktoren, die die Job-Zufriedenheit beeinflussen und der Tatsache, dass jeder Mensch diese subjektiv anders wahrnimmt, lässt sie sich nur schwer messen. Die Arbeits- und Organisationspsychologie verwendet den Begriff Arbeitszufriedenheit synonym zu Mitarbeiterzufriedenheit.

Der Engagement Index Deutschland der Unternehmensberatung Gallup misst regelmäßig die Job-Zufriedenheit hierzulande. Auch wenn laut Studie 2020 das Mitarbeiterengagement in Deutschland etwas zugenommen hat, verspürt der überwiegende Teil der Arbeitnehmer (68 Prozent) nur eine „geringe emotionale Bindung“ zum Arbeitgeber.

Warum ist Arbeitszufriedenheit wichtig?

Eine hohe Arbeitszufriedenheit hat sowohl Vorteile für Unternehmen als auch für Mitarbeiter. So beeinflusst sie Arbeitsleistung und Produktivität positiv. Die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit sorgt außerdem für geringere Fehlzeiten und eine reduzierte Mitarbeiterfluktuation im Unternehmen.

Weitere Vorteile:

  • Verbesserung des Arbeitsklimas
  • Positive Unternehmenskultur
  • Kreativere Mitarbeiter
  • Mitarbeiter werden zu Markenbotschaftern

Wie entsteht Arbeitszufriedenheit?

Die Arbeitszufriedenheit ist ein vielschichtiges Phänomen: Zahlreiche Faktoren spielen bei ihrer Entstehung eine Rolle.

Gemäß der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg lassen sich die entsprechenden Faktoren in Hygienefaktoren wie Gehalt oder Arbeitsbedingungen und Motivationsfaktoren wie Anerkennung oder Karrieremöglichkeiten einteilen. Die Hygienefaktoren werden meistens als selbstverständlich angesehen.

Fehlen die Hygienefaktoren bei der Arbeit, führt das zu Unzufriedenheit, wohingegen das Vorhandensein dieser Faktoren nur die Abwesenheit von Unzufriedenheit bewirkt. Ein Beispiel: Verdient ein Arbeitnehmer nur wenig, wird sich das negativ auf die Arbeitszufriedenheit auswirken. Ein hohes Gehalt allerdings bedeutet nicht zwangsläufig, dass man eine hohe Zufriedenheit verspürt. Existieren die Motivationsfaktoren, resultiert dies in Arbeitszufriedenheit.

Arbeitszufriedenheit beziehungsweise Arbeitsunzufriedenheit bildet sich nach einem Modell von Agnes Bruggemann in folgenden drei Schritten:

  1. Soll-Ist-Vergleich: Erwartungen an die Arbeitssituation (Soll-Wert) werden mit der tatsächlichen Arbeitssituation (Ist-Wert) verglichen. Ist der Ist-Wert größer als der Soll-Wert, stellt sich Zufriedenheit ein, andernfalls Unzufriedenheit.
  2. Anspruchsniveau: Halten zufriedene Personen ihren Anspruch auf dem gleichen Niveau, kommt es zu stabilisierter Zufriedenheit. Sind sie ehrgeizig und steigern das Anspruchsniveau, kommt es zu progressiver Zufriedenheit. Resignative Zufriedenheit entsteht, wenn Personen mit negativem Soll-Ist-Vergleich ihr Anspruchsniveau reduzieren und sich an die negativen Umstände ihrer Arbeit anpassen.
  3. Bewältigung: Arbeitnehmer müssen sich allerdings nicht mit resignativer Zufriedenheit abfinden. Sie können versuchen, etwas an ihrer Situation zu verändern und so zu konstruktiver Unzufriedenheit zu gelangen. Andernfalls folgt fixierte Unzufriedenheit, die sich auf folgende Formel bringen lässt: „Ich bin zwar unzufrieden mit meiner Arbeit, aber was soll ich tun?“

Wie kann die Job-Zufriedenheit gesteigert werden?

Zufriedene Mitarbeiter klatschen in Meeting Beifall.

Um die Arbeitszufriedenheit zu steigern, kann ein Unternehmen vielfältige Maßnahmen ergreifen. Hier ein Überblick:

  • Sinnvolle Tätigkeit: Geld und Karriere haben als Motivationsfaktoren für die Generation Y ausgedient, wie auch die Indeed Studie „Meaning of Work“ beweist. Menschen streben heute zunehmend nach einer Tätigkeit, die sie erfüllt. Arbeiten nur um der Arbeit willen ist nicht mehr angesagt. Daher brauchen Unternehmen einen Purpose.
  • Flexibilität bei der Arbeit: Arbeitnehmer legen zunehmend Wert auf eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine hohe Lebensqualität. Die bisherigen Arbeitszeitmodelle entsprechen diesen Vorstellungen nicht mehr, Flexibilität lautet das Zauberwort. Mitarbeiter wünschen sich in der Mehrzahl flexible Regelungen wie Home-Office, Gleit-oder Teilzeit.
  • Intensive Kommunikation: Mitarbeiter wollen über Veränderungen in ihrem Unternehmen rechtzeitig auf dem Laufenden gehalten und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Wenn man sie frühzeitig in Planungsprozesse einbindet und arbeitsbezogene Mitwirkungsmöglichkeiten bietet, herrscht eine höhere Zufriedenheit mit der Arbeit. Zudem ist es wichtig, sich in regelmäßigen Feedback-Gesprächen auszutauschen, Lob und Wertschätzung, aber auch Kritik zu äußern.
  • Individuelle Aus- und Weiterbildung: Die Zufriedenheit eines Mitarbeiters steigt, wenn dieser sich im Job selbstverwirklichen oder weiterentwickeln kann. Daher sollte ein Unternehmen stetig in die Aus- und Weiterbildung seines Personals investieren.
  • Mehr Verantwortung: Auch durch mehr Verantwortung wächst die Zufriedenheit eines Mitarbeiters mit seiner Arbeit, beispielsweise indem er neue Aufgaben und damit auch mehr Verantwortung erhält, zum Beispiel im Rahmen von Job Enrichment. Wer die Handlungs- und Entscheidungsspielräume seines Personals erweitert, trägt dazu bei, ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen und in der Folge auch die Arbeitsmotivation.
  • Kleine Aufmerksamkeiten im Arbeitsalltag: Bereits mit kleinen Aufmerksamkeiten können Arbeitgeber den Arbeitsalltag ihrer Angestellten angenehmer gestalten und so auch für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit sorgen.

Überblick über Studien von AVANTGARDE Experts zur Arbeitszufriedenheit

Bei AVANTGARDE Experts nehmen wir das Thema Arbeitszufriedenheit sehr ernst und untersuchen ihre Entwicklung im Laufe der Zeit. Jedes Jahr befragen wir dazu Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wie sie ihre momentane Situation sehen. Hier ein Auszug der Ergebnisse unserer Studien zum Thema Arbeitszufriedenheit seit dem Jahr 2016.

Arbeitszufriedenheit Studie 2021 – Corona & Home-Office

Laut der Arbeitszufriedenheits-Studie 2021 sehen deutsche Arbeitnehmer Home-Office als einen festen Bestandteil ihres Arbeitsalltags – über die Hälfte der Befragten der AVANTGARDE Experts Studie würden, wenn sie vor die Wahl gestellt würden, für immer von zuhause aus arbeiten. Denn Home-Office bedeutet weniger Stress, da Arbeitswege entfallen, man einen gesünderen Lebensstil führen kann und produktiver ist. Das erhöht auch die Arbeitszufriedenheit. Allerdings gibt es auch Einschränkungen wie fehlender Austausch mit Kollegen, um kreative Ideen im Team zu entwickeln. Mehr zur Corona- und Home-Office-Studie 2021.

Arbeitszufriedenheit Studie 2020 – Corona & Home-Office

2020 stand die Arbeitszufriedenheits-Studie ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Ergebnisse zeigen nachhaltige Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt von Knowledge-Workern. Die Befragten haben im Home-Office mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbies, zudem gelingt die Konzentration besser als im Büro. Der Einfluss von Lockdown & Co. auf die persönliche Situation wird tendenziell positiv wahrgenommen. Mehr zur Corona- und Home-Office-Studie 2020.

Arbeitszufriedenheit Studie 2019

Im vierten Jahr in Folge hat AVANTGARDE Experts auch 2019 die Arbeitszufriedenheit von deutschen Angestellten untersucht. Das Ergebnis: Auch wenn die Job-Zufriedenheit konstant auf hohem Niveau ist, stellt ein Jobwechsel immer öfter eine Option dar. Denn: Jeder Zweite fühlt sich 2019 unterfordert und auch der Wunsch nach Weiterbildungen zur Digitalisierung fällt auf. Höhere Verantwortung und mehr Herausforderungen korrelieren mit gestiegener Arbeitszufriedenheit. Mehr zur Arbeitszufriedenheits-Studie 2019.

Arbeitszufriedenheit Studie 2018

Wie in den vorangegangenen Jahren hat AVANTGARDE Experts auch 2018 erneut 1.000 Berufstätige in einer repräsentativen Umfrage zu ihrer Job-Zufriedenheit befragt. Lag der Arbeitszufriedenheits-Index 2016 noch bei 6,8 stieg er innerhalb von zwei Jahren kontinuierlich auf einen Wert von 7,2. Dennoch will sich laut der Studie jeder fünfte Arbeitnehmer in den kommenden sechs Monaten nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen. Besonderen Wert neben dem Gehalt legen die Arbeitnehmer auf flexibles Arbeiten und gute Sozialleistungen. Mehr zur Arbeitszufriedenheits-Studie 2018.

Arbeitszufriedenheit Studie 2017

Nach den Ergebnissen der Arbeitszufriedenheits-Studie 2017 sind Arbeitnehmer mit ihrer Arbeit zufriedener als noch bei der Studie 2016. Allerdings: Die Arbeitszufriedenheit hängt nach wie vor stark vom Gehalt ab, wenngleich sich eine Verschiebung hin zu Werten rund um das Thema „Work-Life-Balance“ andeutet. Im Städtevergleich zeigt sich, dass in Stuttgart die zufriedensten Arbeitnehmer in der Bundesrepublik leben und Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern am ehesten zum Jobwechsel tendieren. Mehr zur Arbeitszufriedenheits-Studie 2017.

Arbeitszufriedenheit Studie 2016

Die repräsentative Arbeitszufriedenheits-Studie 2016, bei der 1.000 Beschäftigte befragt wurden, zeigt klar auf, wie Arbeitszufriedenheit, neben flexiblen Arbeitszeiten und guten sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz, hauptsächlich vom individuellen Verdienst abhängt. Arbeitgeber hingegen halten ein harmonische Teamgefüge und wertschätzende Kommunikation für ausschlaggebend, wenn es um die Mitarbeiterzufriedenheit geht. Doch für Arbeitnehmer müssen erst die sogenannten Hygienefaktoren wie Gehalt und Flexibilität bei der Arbeit gegeben sein, damit sie das Team und den respektvollen Umgang untereinander zu schätzen wissen. Mehr zu den Ergebnissen der Arbeitszufriedenheits-Studie 2016.

Job-Zufriedenheit trägt wesentlich zum Unternehmenserfolg bei

Zufriedene Angestellte sind für Unternehmen ein hohes Gut und tragen maßgeblich zu deren Erfolg bei. Neben einem fairen Gehalt, einer sinnvollen Tätigkeit, Wertschätzung für die geleistete Arbeit und passend gewählten Benefits ist auch ein konstruktives soziales Umfeld wichtig, um für Arbeitszufriedenheit in der New Work-Ära zu sorgen. Und du, bist Du mit Deiner Arbeit zufrieden? Erfahre mehr über das Thema Unzufriedenheit im Job und was Du dagegen unternehmen kannst. Wenn Du auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle bist, wirf doch mal einen Blick in unsere Jobbörse.

Bildnachweis: Titelbild: © gettyimages/Hinterhaus Productions, Bild 1: © gettyimages/Luis Alvarez.