Jobwechsel begründen: 7 Gründe, Formulierungen & Beispiele

Du wurdest unerwartet gekündigt, hast einen längst überfälligen Entschluss endlich in die Tat umgesetzt oder suchst nach neuen Herausforderungen? Wir haben hilfreiche Tipps für Dich, wie Du einen Jobwechsel begründen kannst. Du erfährst von uns, mit welchen Formulierungen Du die Gründe für Deinen Jobwechsel nennen kannst und geben Dir handfeste Beispiele: So kannst Du auf unangenehme Fragen im Kündigungs- oder Vorstellungsgespräch professionell reagieren.
13
Mai
2020

Jobwechsel begründen: Nicht so heikel, wie Du denkst

„Warum sind Sie auf der Suche nach einem neuen Job?“ Ganz gleich, ob im Kündigungs- oder Vorstellungsgespräch: Personaler stellen sie, um Deine Motivation herauszufinden, Dein bisheriger Arbeitgeber, um zu verstehen, woran es gemangelt hat.

Die Frage danach, warum Du den Job wechseln willst, kann tricky sein. Das muss sie aber nicht! Denn wenn Du Deinen Jobwechsel begründen musst, kommt es immer darauf an, wie Du das tust. Das betrifft nicht nur den eigentlichen Inhalt, sondern auch, welche Formulierung Du bei Deiner Begründung wählst. Doch fangen wir vorne an.
 

Jobwechsel begründen: Kenne Deine Gründe

Unabhängig davon, was der genaue Grund für Deinen Jobwechsel ist, ist es wichtig, dass Du selbst weißt, weshalb Du gehst: Denn so verschaffst Du Dir Klarheit darüber, was in Deinem bisherigen Job nicht gut gelaufen ist, was Du Dir von einem neuen Job erwartest und welche Inhalte Du im Gespräch behandelst oder auch nicht.

Solltest Du bislang noch nicht wissen, was der Grund für Deinen Jobwechsel ist, helfen Dir die folgenden Fragen dabei, es herauszufinden:

  • Warum hast Du Dich ursprünglich für diesen Job entschieden?
  • Hast Du die Ziele erreicht, die Du Dir mit diesem Job gesetzt hast? Welche künftigen Ziele hast Du?
  • Gab es einen bestimmten Anlass, der dazu geführt hat, dass Du Dir Gedanken über einen Jobwechsel gemacht hast?
  • Welche Probleme hattest Du in Deinem aktuellen Job?
  • Was würdest Du an Deinem aktuellen Job ändern, wenn Du könntest?
  • Was wäre die Alternative zum Jobwechsel?
Übrigens:

Wenn Du Deinen Job aus freien Stücken wechseln möchtest, solltest Du zuerst einmal in Dich gehen und darüber nachdenken, ob ein Jobwechsel Deine Probleme tatsächlich löst. Bist Du Dir nicht sicher, dann hilft Dir unser Jobwechsel-Test weiter, um herauszufinden, ob Du wirklich Deinen Arbeitgeber wechseln solltest.

Wichtig: Deine wahren Gründe für einen Jobwechsel musst (und solltest) Du nicht unbedingt im Vorstellungsgespräch nennen und in manchen Situationen solltest Du es auch nicht: Das gilt immer dann, wenn die Begründung Dich in einem schlechten Licht erscheinen lassen könnte. Ein klassisches Beispiel dafür ist Streit mit dem Arbeitgeber.

7 Gründe für einen Jobwechsel inklusive Formulierungen & Beispielen

Manchmal ist die Angabe von Gründen für den Jobwechsel ganz leicht zu formulieren. Gerade dann, wenn Du keine „Lücke“ im Lebenslauf hast und Dich direkt aus einer Festanastellung bewerben kannst. Es gibt aber auch Gründe, die Du so nicht unbedingt erwähnen solltest, zum Beispiel wenn Du gekündigt wurdest.

Wir haben für Dich die häufigsten Motive und Gründe für einen Jobwechsel zusammengestellt und erklären Dir im Folgenden anhand von Beispielen, wie Du sie im Gespräch am besten formulierst. 

Frau überlegt sich Gründe für Jobwechsel
 

1. Persönliche Gründe: Umzug, Entfernung, Familie

Du willst umziehen? Die Entfernung zum alten Arbeitgeber ist zu groß? Oder Du möchtest mehr Zeit mit Deiner Familie verbringen? Wert auf eine gute Work-Life-Balance zu legen, ist ein plausibler Grund für einen Jobwechsel.

Beispiel-Formulierung fürs Anschreiben

  • „Durch eine private Veränderung suche ich nach einem neuen Job in [Ort].“
  • „Aufgrund einer familiären Veränderung möchte ich mich beruflich ebenfalls verändern und gerne eine neue Herausforderung annehmen.“
  • „Nach der Geburt meines Kindes möchte ich nun eine Stelle in Teilzeit annehmen.“

Beispiel-Formulierung fürs Vorstellungsgespräch

  • „Meine Work-Life-Balance kam bisher etwas zu kurz und durch die guten Bewertungen Ihres Unternehmens auf dem Online-Portal [Name] erhoffe ich mir eine positive Entwicklung für mein Privatleben.“
  • „In letzter Zeit sind die Grenzen zwischen meinem Job und meinem Privatleben zu sehr verschwommen. Deshalb würde ich gerne einen neuen Job annehmen, bei dem sich das besser trennen lässt.“
  • „Mein aktueller Job lässt sich nur schlecht mit meinem Familienleben vereinbaren, deshalb würde ich gerne einen Job finden, bei dem das möglich ist.“

2. Berufliche Weiterentwicklung

Durch den Jobwechsel wirst Du befördert oder es winkt ein höheres Gehalt? Erkläre, wie Du Dir Deine berufliche Zukunft vorstellst und was Dir dabei wichtig ist.

Beispiel-Formulierung fürs Anschreiben

  • „Die von Ihnen beschriebene Stelle passt sehr gut zu meinen beruflichen Plänen und bietet mir eine spannende Perspektive.“
  • „Für meine berufliche Zukunft möchte ich mich auf den Bereich [XY] spezialisieren. Da mein derzeitiger Arbeitgeber dafür keine Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten vorsieht, suche ich nach einer neuen Stelle, bei der das möglich ist.“
  • „Durch Ihre Stelle als [Berufsbezeichnung] sehe ich eine Möglichkeit, um mich beruflich weiterentwickeln zu können und gleichzeitig meine Fähigkeiten und mein vorhandenes Wissen einzubringen.“

Beispiel-Formulierung fürs Vorstellungsgespräch

  • „Die Aufstiegschancen waren bei meinem alten Arbeitgeber strukturell bedingt nicht vorhanden.“
  • „Ich möchte etwas dazulernen und meine Kompetenzen erweitern. Ich denke, dass das in Ihrem Unternehmen möglich wäre.“

3. Neue Herausforderungen

Zeit für eine neue Herausforderung? Erkläre anhand Deiner Begründung, was Dir bislang fehlt und was genau Du Dir von einem Wechsel erhoffst und welche Perspektiven Du siehst.

Beispiel-Formulierung fürs Anschreiben

  • „Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle klingt nach einer spannenden beruflichen Herausforderung.“


  • „Der fachliche Schwerpunkt der Position bietet mir genau die Herausforderung, die ich in meinem Arbeitsalltag suche.“
  • „Der Aufgabenbereich eines [Stellenbezeichnung] bietet mir Entwicklungsmöglichkeiten, bei denen ich meine Fähigkeiten einbringen und gleichzeitig neue Herausforderungen annehmen kann.“


Beispiel-Formulierung fürs Vorstellungsgespräch

  • „Ihr Mitarbeiter [Name] hat von seiner Arbeit in Ihrem Unternehmen erzählt. Es klang sehr interessant und hat mich neugierig gemacht. Danach habe ich gemerkt, dass mir mein aktueller Job zu eintönig geworden ist. Deshalb möchte ich mich beruflich neu orientieren.“

4. Neue Arbeitsumgebung und -weisen

Du möchtest eine neue Branche oder Arbeitsweise kennenlernen oder international tätig werden? Schildere, was Dich genau daran reizt und was Du einem neuen Arbeitgeber diesbezüglich bieten kannst. 

Frau begründet Jobwechsel im Bewerbungsgespräch
 

Beispiel-Formulierung fürs Anschreiben

  • „Für meine berufliche Zukunft würde ich mir wünschen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und mein Können in einem international agierenden Unternehmen unter Beweis zu stellen.“
  • „Durch meine mehrjährige Tätigkeit auf Agenturseite möchte ich jetzt meine Kenntnisse und Erfahrungen auf Kundenseite vertiefen und inhouse tätig werden.“
  • „Bei meiner Tätigkeit in einem Großkonzern konnte ich viel Erfahrung, Know-how und Fähigkeiten sammeln, die ich jetzt gerne in einem jungen dynamischen Start-up-Umfeld einsetzen würde.“

Beispiel-Formulierung fürs Vorstellungsgespräch

  • „Das Arbeiten im Team hat mir bei meinem alten Arbeitgeber gefehlt. Von einem neuen Job würde ich mir erhoffen, enger mit Kollegen zusammenzuarbeiten.“
  • „Ich wünsche mir schon seit Längerem in einem internationalen Umfeld tätig zu sein. Ihre Jobausschreibung erscheint mir als perfekte Gelegenheit dafür.“

 

5. Berufliche Neuorientierung

Egal ob Du nur die Branche wechseln oder Dich als Quereinsteiger in einem ganz anderen Berufsfeld versuchen willst, hier kommt es bei der Begründung des Jobwechsels vor allem auf Deine Motivation an. Zeige bei der Bewerbung Engagement, um fehlende Erfahrung auszugleichen.

Beispiel-Formulierung fürs Anschreiben

  • „Ich bin seit einigen Jahren ehrenamtlich tätig und kann daher auf einen großen Erfahrungsschatz in diesem Bereich zurückgreifen. Gerne würde ich meine Erfahrungen mit den Aufgaben der von Ihnen ausgeschriebenen Stelle verbinden und meinen Erfahrungsschatz in Ihrem Unternehmen einbringen.“
  • „Als Quereinsteiger wäre ich aufgrund meiner schnellen Auffassungsgabe, Neugier und Ausdauer in der Lage, mich in diesen Bereich einzuarbeiten und mir langfristig Kompetenzen aufzubauen.“

Beispiel-Formulierung fürs Vorstellungsgespräch

  • „Die Position deckt sich genau mit meinen Interessen. Ich kann mir das sehr gut vorstellen und falls mir noch bestimmte Kenntnisse fehlen, bin ich gerne bereit sie mir anzueignen.“
  • „Ich finde den Bereich [XY] wahnsinnig spannend und möchte darin beruflich Fuß fassen. Das bringt zwar einen Neustart mit sich, aber genau das wünsche ich mir.“
Übrigens:

In unserem Artikel „Mit diesen 5 Bewerbungstipps meisterst Du den Quereinstieg“ findest Du noch weitere Tipps, mit denen Deine Bewerbung überzeugt.

6. Jobwechsel begründen nach Kündigung

Ganz egal, ob Du betriebsbedingt oder aus anderen Gründen gekündigt wurdest, es gibt immer eine Möglichkeit, damit im Vorstellungsgespräch professionell umzugehen. Wir empfehlen Dir, diesen Grund nicht zu nennen, sondern Dich lieber darauf zu fokussieren, was Du an dem jeweiligen Jobangebot spannend findest.

Jobwechsel-Formulierung für Anschreiben und Vorstellungsgespräch

  • „Diese Stelle passt optimal zu meinem beruflichen Profil und klingt nach einer spannenden Möglichkeit, dazuzulernen.“
  • „Ich finde Ihr Unternehmen schon seit einiger Zeit sehr spannend. Bislang gab es keine passenden Stellenausschreibungen, die zu meinen Fähigkeiten gepasst hätten. Bei der ausgeschriebenen Stelle könnte ich mich hingegen ideal einbringen, indem [Begründung].“

7. Probleme mit dem alten Arbeitgeber oder Kollegen

Um die Gründe für Deinen Jobwechsel seriös und professionell darzulegen, solltest Du nie, aber wirklich niemals über Deinen alten Arbeitgeber lästern. Selbst wenn es zu Mobbing am Arbeitsplatz gekommen sein sollte oder Du vollkommen unfair behandelt wurdest: Vermeide schlechte Bemerkungen, denn das kann ein schlechtes Licht auf Dich werfen.

Unser Tipp: Begründe Deinen Jobwechsel nicht damit, dass Du unbedingt schnell von Deinem alten Arbeitgeber weg möchtest. Formuliere lieber alles unter der Prämisse „Hin zum neuen Arbeitgeber und neuen Herausforderungen“. So bleibt dem Personaler oder Recruiter in Erinnerung, dass Du ein Ziel verfolgst oder eine Strategie für Deine berufliche Zukunft vor Augen hast und eben nicht vor irgendwem fliehst. Nutze in einem solchen Fall eines der oben genannten Beispiele, das am ehesten auf Deine Situation und Deine Wünsche zutrifft.

Personalerin fragt nach Grund für Jobwechsel

Tipps für die Begründung des Jobwechsels nach kurzer Zeit

Wenn Dein letzter Jobwechsel erst kurze Zeit zurückliegt und Du gemerkt haben solltest, dass Du unglücklich im neuen Job bist, werden viele Personaler hellhörig. Kommst Du womöglich nicht mit den dortigen Aufgaben zurecht? Gibt es Probleme im Team? Und vor allem: Treten diese Probleme dann im neuen Job auch auf?

Die gute Nachricht: Diese Sorgen kannst Du den Personalern nehmen. Am einfachsten ist es natürlich, den Jobwechsel mit äußeren Umständen wie einem Umzug zu begründen. Viel wichtiger ist es jedoch, dass Du Dein aufrichtiges Interesse an genau dieser Stelle deutlich machst und erklärst, warum Du der perfekte Kandidat dafür bist. 

Unser Tipp: Schuldzuweisungen sind in diesem Fall fehl am Platz, vermeide sie lieber.

Wie Du Deinen Jobwechsel im Bewerbungsgespräch glaubhaft begründen kannst

Dir selbst scheinen die Gründe für Deinen Jobwechsel vollkommen klar, für Außenstehende ist das aber meist nicht automatisch der Fall.
Bei Deinen Bewerbungen solltest Du beachten, Deine Argumentation schlüssig aufzubauen und Dein Gegenüber von Deiner echten Motivation für das Jobangebot zu überzeugen. 

Kandidat hat Jobwechsel überzeugend begründet

Damit Du Deinen Jobwechsel glaubhaft begründen kannst und das ehrlich bei Deinem Gegenüber ankommt, haben wir zusammenfassend die wichtigsten Tipps für Dich zusammengefasst:

  • Zeige Motivation:

Dein Drive für die neue Stelle muss spürbar vorhanden und positiv formuliert sein. Der Personaler soll merken, dass Du diesen Job wirklich willst und das Gespräch keine Zeitverschwendung ist. Sei Du selbst, erkundige Dich über das Unternehmen und bring Deine Begeisterung passend ins Gespräch ein.

  • Finde individuelle Gründe:

Begründe Deinen Wunsch, den Job zu wechseln, mit Deinen individuellen Vorstellungen und Wünschen. Achte hierbei aber darauf zu verdeutlichen, inwiefern das für einen neuen Arbeitgeber von Vorteil wäre.

  • Bereite Dich richtig vor:

Du solltest eine schlüssige Antwort auf die Frage geben können, warum die ausgeschriebene Stelle zu Dir passt. Damit das gelingt, kannst Du Dich im Vorfeld sehr gut vorbereiten: Überlege Dir beispielsweise Gründe, wieso Du Deine Zukunft ausgerechnet bei diesem Unternehmen siehst und nenne Punkte, die Dich von dem Unternehmen als potenziellem Arbeitgeber überzeugen.

Jobwechsel begründen: Bleib Du selbst!

Beim Bewerbungsschreiben und beim Vorstellungsgespräch geht es neben der ganzen Argumentation und Begründung für Deinen Jobwechsel aber vor allem um eines: Dich. Sei Du selbst und bleibe Dir selbst gegenüber ehrlich. Frage Dich, ob das neue Jobangebot wirklich zu Deinen Vorstellungen passt und informiere Dich bei einem Ansprechpartner oder dem jeweiligen Recruiter im Unternehmen, über jene Fragen, die Du noch auf dem Herzen hast.  

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