Jobwechsel - Job angenommen

Jobwechsel begründen: Hilfreiche Antworten für Deinen Berufswechsel

Du wurdest unerwartet gekündigt oder hast einen längst überfälligen Entschluss endlich in die Tat umgesetzt und bist jetzt wieder auf der Suche nach einem Job? Wir haben hilfreiche Tipps für Dich, wie Du einen Jobwechsel begründen und auf unangenehme Fragen professionell und gekonnt reagieren kannst.
11
Dec

JOBWECHSEL BEGRÜNDEN: BIST DU DIR SICHER?

Wenn Du Deinen Job aus freien Stücken wechseln möchtest, solltest Du zuerst einmal in Dich gehen und darüber nachdenken, ob ein Jobwechsel Deine Probleme löst. Bist Du Dir nicht sicher, dann hilft Dir unser Jobwechsel-Test weiter, herauszufinden, ob Du wirklich Deinen Arbeitgeber wechseln solltest. Für einen möglichen Jobwechsel kann es außerdem hilfreich sein, Dir folgende Fragen zu stellen:

  • Was ist die Alternative zum Jobwechsel?
  • Wie reagiert mein Umfeld, wenn ich einen möglichen Jobwechsel anspreche?
  • Welchen Grund hatte ich, überhaupt einen Jobwechsel in Erwägung zu ziehen?

So kannst Du unter Umständen die Ursache Deiner Unzufriedenheit konkretisieren und weitere wichtige Schritte in die richtige Richtung einleiten.

Anzugträger mit Heldenschatten

VORAUSSETZUNG, DASS DEINE GRÜNDE FÜR DEN JOBWECHSEL GLAUBHAFT RÜBERKOMMEN

Für einen selbst scheinen die Gründe für den Jobwechsel offensichtlich, für Außenstehende ist das aber meist nicht der Fall. Bei Deinen Bewerbungen solltest Du Dich daher auf die objektiven Gründe für einen Jobwechsel beziehen und Deine Argumentation nur darauf aufbauen. Subjektive Gründe wie ein persönliches Problem mit der Kollegin oder Streitereien mit dem Chef solltest Du im Bewerbungsprozess nicht thematisieren. Damit Du Deinen Jobwechsel glaubhaft begründen kannst und das ehrlich bei Deinem Gegenüber ankommt, haben wir ein paar Tipps für Dich:

  • Deine Motivation für die neue Stelle muss spürbar vorhanden und positiv formuliert sein. Der Personaler muss merken, dass Du diesen Job wirklich willst. Sei Du selbst, erkundige Dich über das Unternehmen und bring Deine Begeisterung in Maßen ins Gespräch ein. Tipp: In unserem Ratgeber erfährst Du, wie Du im Bewerbungsgespräch punktest.
  • Begründe Deinen Wunsch, den Job zu wechseln, individuell. Auch wenn das nur bedeutet, den Wunsch nach „neuer Herausforderung“ in Worten anders zu verpacken.
  • Sei vorbereitet! Du solltest eine schlüssige Antwort auf die Frage geben können, warum genau die ausgeschriebene Stelle für Dich passt. Damit das gelingt, kannst Du Dich im Vorfeld sehr gut vorbereiten: Überlege dir beispielsweise Gründe, wieso Du Deine Zukunft ausgerechnet bei diesem Unternehmen siehst.

Mögliche Antworten, die auf viele Unternehmen zu treffen, könnten beispielsweise sein:

  • Du erhoffst Dir bessere Entwicklungschancen in dem neuen Unternehmen.
  • Dir wurde das Unternehmen von bereits dort arbeitendem Personal empfohlen.
  • Das Unternehmen stellt Dir ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Aussicht.
  • Du hast ein persönliches Interesse oder ein Faible für das Produkt oder den Themenbereich des Unternehmens.
  • Um die Gründe für Deinen Jobwechsel seriös und professionell darzulegen, solltest Du nie aber wirklich niemals über Deinen alten Arbeitgeber lästern. Das hinterlässt keinen guten Eindruck.
  • Tappe nicht in die „Rechtfertigungsfalle“. Du musst Dich für Deinen Jobwechsel nicht rechtfertigen, die Firma will schließlich auch etwas von Dir.

Kannst Du objektiv und sachlich darlegen, warum die neue Stelle genau zu Dir passt, rückt die Frage nach den Beweggründen für einen Wechsel schnell in den Hintergrund.

GÄNGIGE GRÜNDE FÜR DEN JOBWECHSEL

Es muss nicht immer kompliziert sein! Manchmal ist die Angabe von Gründen für den Jobwechsel ganz leicht zu formulieren. Gerade dann, wenn Du keine „Lücke“ im Lebenslauf hast und Dich direkt aus einer Festanastellung bewerben kannst. Folgende Gründe zählen zu den gängigsten einer beruflichen Veränderung:

  • Es ist Zeit für eine neue Umgebung.
  • Du möchtest eine neue Herausforderung annehmen.
  • Du möchtest Dich strukturell verändern, also beispielsweise von einem Konzern in ein mittelständisches Unternehmen oder von einem Start-up zu einem Konzern wechseln.
  • Durch den Jobwechsel wirst Du befördert.
  • Du möchtest mit internationaler Ausrichtung arbeiten. Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten – persönlich und fachlich – sind beim potenziell neuen Arbeitgeber besser.
  • Du möchtest eine neue Branche oder neue Arbeitsweisen kennenlernen.
  • Persönliche Gründe: - Du musst umziehen, der alte Arbeitgeber hat eine Versetzung an einen anderen Standort geplant. - Du möchtest eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Ähnliches.

Diese Gründe sind für viele Arbeitgeber nachvollziehbar und ermöglichen es, Deinen Jobwechsel gekonnt zu begründen, ohne auf andere Schwierigkeiten beim alten Arbeitgeber eingehen zu müssen. Wichtig dabei ist, dass Du nichts nennst, was Du nicht möchtest.

Willst Du Dich zum Beispiel fachlich gar nicht weiterentwickeln, solltest Du dies nicht als Grund für Deinen Jobwechsel nennen. Sonst schürst Du im Zweifel Erwartungen, die Du dann nicht erfüllen willst oder kannst.

Sind eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Grund, dann sag das genauso oder nutze das Wort „Work-Life-Balance“. Mit dem Satz „Ich möchte mehr Zeit für meine Familie“ hingegen kannst Du Dich leider auch heute noch bei manchen Personalern ins Aus schießen. Warum? Da einige Personaler immer noch der Auffassung sind, Menschen, denen Zeit mit der Familie wichtig ist, würden weniger arbeiten und der Job stehe dann immer nur an zweiter Stelle. Kommt ein solches Unternehmen für Dich gar nicht erst in Frage, sag offen, was Du möchtest; andernfalls drücke Dich am besten etwas vorsichtiger aus.

Tipp:

Begründe Deinen Jobwechsel nicht damit, dass Du unbedingt schnell von Deinem alten Arbeitgeber weg möchtest. Formuliere alles unter der Prämisse „Hin zum neuen Arbeitgeber“ anstatt „Weg vom alten Unternehmen“. So bleibt in Erinnerung, dass Du ein Ziel verfolgst oder eine Strategie für Deine berufliche Zukunft vor Augen hast und eben nicht vor irgendwem davonläufst.

FRÜHERE JOBWECHSEL BEGRÜNDEN: SO GEHT’S KURZ UND SCHMERZLOS

Sitzt Du erstmal im Bewerbungsgespräch, ist eine große Hürde bereits genommen. Jetzt heißt es „nur noch“ überzeugen. Das ist manchmal gar nicht so leicht, vor allen Dingen dann nicht, wenn der Personaler sich für jeden Schritt in Deinem Lebenslauf zu interessieren scheint. Höfliche Antworten auf unangenehme Nachfragen fallen dann manchmal schwerer aus als gedacht.

In solchen Momenten solltest Du Dir bewusst machen, dass Du nicht alles erklären musst. Möchtest Du nicht weiter auf Deine vergangenen beruflichen Stationen eingehen, kannst Du im Notfall auch diplomatisch antworten und sagen, dass der damalige Wechsel aus persönlichen Gründen stattfand und Du heute lieber über Deine Zukunft sprechen möchtest.

JOBWECHSEL BEGRÜNDEN NACH KÜNDIGUNG

Ganz egal, ob Du

  • selbst gekündigt hast
  • betriebsbedingt gekündigt wurdest oder
  • aus anderen Gründen (Verhalten, Leistung…) gekündigt wurdest, es gibt immer eine Möglichkeit professionell auf Fragen nach der Kündigung zu reagieren.

Bei der Beantwortung der Frage, warum Du gekündigt hast oder gekündigt wurdest, solltest Du vorsichtig und bestimmt vorgehen. Am besten hangelst Du Dich nach einem einfachen Schema an der Antwort entlang:

Sprich beispielsweise zuerst ein Lob für das alte Unternehmen aus, dann finde ein paar positive Worte für Deine dortige Position und das Team, in dem Du gearbeitet hast. Folgt dann noch eine Aussage über Deinen Aufgabenbereich und was Dir das fachlich gebracht hat, kannst Du gekonnt überleiten zur Begründung Deines Jobwechsels.

Damit nicht der Eindruck entsteht, Du hättest nicht genug Know-how gehabt für die Stelle, nutze Aussagen wie „Die Stelle hier passt noch besser zu mir und meinem beruflichen Profil“ oder „Die Möglichkeiten meine Fähigkeiten besser auszubauen, sehe ich in Ihrem Unternehmen gegeben“. Auch ein Verweis auf vorher nicht vorhandene Aufstiegsmöglichkeiten oder bessere Leistungen wie „Work-Life-Balance“ dürfen Gründe sein. Bei betriebsbedingten Kündigungen gibt es übrigens in den seltensten Fällen schwierige Nachfragen.

MUSTERANTWORTEN FÜR FRAGEN NACH GRÜNDEN FÜR DEN JOBWECHSEL RICHTIG FORMULIEREN

zwei Frauen sind in einem Bewerbungsgespräch

Damit Du über den gesamten Bewerbungsprozess eine schlüssige Argumentation für Deinen Jobwechsel nutzen kannst, haben wir einige Musterbeispiele zur praktischen Anwendung im Bewerbungsschreiben und im Gespräch für Dich:

JOBWECHSEL IN DER BEWERBUNG BEGRÜNDEN

Folgende Muster-Formulierungen eignen sich für Dein Bewerbungsschreiben:

  • „Die ausgeschriebene Stelle ermöglicht es mir, meine Kernkompetenzen noch stärker auszubauen.“
  • „Der fachliche Schwerpunkt der Position bietet mir genau die Herausforderung, die ich in meinem Arbeitsalltag brauche.“
  • „Für meine berufliche Zukunft würde ich mir wünschen, meinen Tätigkeitsbereich zu erweitern und mein Können in einem international agierenden Unternehmen unter Beweis zu stellen.“
  • „Im Laufe meiner bisherigen Tätigkeit durfte ich viele Erfahrungen sammeln, die ich jetzt gerne in einem internationalen Umfeld erweitern und einbringen würde.“
  • „Die von Ihnen beschriebene Stelle passt exakt zu meinen Plänen und bietet mir eine sinnvolle berufliche Perspektive.“
  • „Durch meine mehrjährige Tätigkeit auf Agenturseite möchte ich jetzt meine Kenntnisse und Erfahrungen auf Kundenseite vertiefen und in Ihr Unternehmen einbringen.“
  • „Bei meiner Tätigkeit in einem Großkonzern konnte ich viel Erfahrung, Know-how und Fähigkeiten sammeln, die ich jetzt gerne in einem jungen dynamischen Start-up-Umfeld einsetzen würde.“
  • „Der Aufgabenbereich eines XY bietet mir Entwicklungsmöglichkeiten, bei denen ich meine Fähigkeiten einbringen und gleichzeitig neue Herausforderungen annehmen kann.“
  • „Für meine berufliche Zukunft möchte ich mich auf den Bereich A spezialisieren. Da mein derzeitiger Arbeitgeber im Bereich XY tätig ist, sehe ich meine Entwicklungs- und Entfaltungspotenziale im Bereich A bei Ihrem Unternehmen.“
  • „Durch Ihre Stelle als XY sehe ich eine Möglichkeit, um mich beruflich verändern zu können und gleichzeitig meine Fähigkeiten und mein Wissen in den Bereich N einzubringen und weiterzuentwickeln.“
  • „Durch eine familiäre Veränderung möchte ich mich auch räumlich verändern.“
  • „Aufgrund einer familiären Veränderung möchte ich mich beruflich ebenfalls verändern und gerne eine neue Herausforderung annehmen.“
  • „Nach der Geburt unseres Kindes, möchte ich nun eine Stelle in Teilzeit annehmen.“
  • „Da wir uns familiär verändert haben, möchte ich mich nicht nur räumlich, sondern auch beruflich verändern.“
  • „Mit meiner langjährigen Erfahrung in Hobby/Verein/Sportclub oder ähnliches möchte ich jetzt meine Leidenschaft zum Beruf machen und so zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen.“
  • „Seit X Jahren bin ich ehrenamtlich tätig und kann daher auf einen großen Erfahrungsschatz aus dem Bereich Z zurückgreifen. Gerne würde ich meine Erfahrungen mit den Aufgaben der von Ihnen ausgeschriebenen Stelle verbinden und für Ihr Unternehmen arbeiten.“

JOBWECHSEL IM BEWERBUNGSGESPRÄCH BEGRÜNDEN

Geschriebene Sprache ist nicht gleich gesprochene Sprache. Deswegen haben wir für Dich ein paar kurze Muster-Formulierungen auf die Frage „Warum möchten Sie den Job wechseln/ sich beruflich verändern?“ das Bewerbungsgespräch zusammengefasst.

  • „Das, was Sie bis jetzt erzählt haben und Ihre Jobbeschreibung passt genau zu meinen Vorstellungen.“
  • „Die Position deckt sich genau mit meinen Kenntnissen. Bis auf XY passt das, denke ich, sehr gut zu mir und falls mir noch etwas fehlt, bin ich gerne bereit das noch zu erlernen.“
  • „Ich denke, durch die beschriebenen Aufgaben kann ich meine Fähigkeiten erweitern.“
  • „Das Arbeiten im Team hat mir bei meinem alten Arbeitgeber gefehlt, das war für mich neben den beschriebenen Aufgaben im XY mit ein wichtiger Grund.“
  • „Die Aufstiegschancen waren bei meinem alten Arbeitgeber strukturell bedingt nicht vorhanden, in Ihrem Unternehmen kann ich mich nach meiner Einschätzung besser weiterentwickeln.“
  • „Das Arbeiten in einem internationalen Umfeld hat mir bis jetzt immer gefehlt.“
  • „Es klingt zwar etwas abgedroschen, aber ich denke es würde mir liegen, mein Hobby endlich zum Beruf zu machen.“
  • „Meine Work-Life-Balance kam bisher etwas zu kurz und durch die guten Bewertungen Ihres Unternehmens auf dem Online-Portal XY erhoffe ich mir eine positive Entwicklung für mich.“
  • „Ihr Mitarbeiter H hat von seiner Arbeit in Ihrem Unternehmen erzählt. Das hat mich neugierig gemacht und darum bin ich jetzt hier.“

Beim Bewerbungsschreiben und beim Gespräch geht es neben der ganzen Argumentation und Begründung für Deinen Jobwechsel aber vor allem um eines: Dich. Sei Du selbst und bleibe Dir gegenüber ehrlich, sonst bekommst Du im Zweifel einen Job, der dann wieder nicht zu Dir passt. Vielleicht ist ja in unserer Jobbörse der passende Job für Dich dabei?

Und wenn Du beim Bewerben noch ein wenig Hilfe brauchst – in unserem Magazin findest Du viele hilfreiche Artikel zum Thema Bewerbungstipps für Quereinsteiger oder wie auch ältere Bewerber attraktiv für den Arbeitsmarkt bleiben.

 

Bildnachweis: Titelbild: ©gettyimages.de / undefined undefined; Bild 2: ©gettyimages.de / erhui1979; Bild 3: ©gettyimages.de / tiero; Bild 4: ©gettyimages.de / ojogabonitoo; Bild 5: ©gettyimages.de / Geber86; Bild 6: ©gettyimages.de / AntonioGuillem; Bild 7: ©gettyimages.de / retrorocket; Bild 8: ©gettyimages.de / sorbetto; Bild 9: ©gettyimages.de / Steven Debenport.